Schäden im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich

11. März 2008, 21:40
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Regierung sagt Unterstützung zu - OÖ am stärksten betroffen - Sturmtief erreichte 141 km/h in der Niederung und 186 km/h auf dem Feuerkogel

Wien - Nach dem Orkan "Emma", der am Wochenende vier Tote forderte und Schäden im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich anrichtete, hat die Regierung finanzielle Unterstützung der Betroffenen zugesagt. Im Katastrophenfonds des Bundes stehen bis zu 82 Millionen Euro bereit. Ziel sei eine schnelle Ermittlung des Ausmaßes und der Höhe der Schäden, um den betroffenen Ländern und Gemeinden finanzielle Hilfestellung anbieten zu können, erklärten Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) und Vizekanzler Wilhelm Molterer.

Oberösterreich am stärksten betroffen

Hauptbetroffen ist Oberösterreich, wo die Feuerwehren 6.200 Sturm-Einsätze verzeichneten. Das waren so viele wie im restlichen Österreich zusammen. Im Land rechnet man mit Sachschäden von 60 Millionen Euro. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sagte den Betroffenen die finanzielle Unterstützung des Landes zu. Sturm "Emma" hat teilweise größeres Unheil angerichtet als Orkan "Kyrill" vor einem Jahr.

Auch die Tiroler Versicherung ging am Montag von einem dreimal höheren Schaden als nach "Kyrill" aus. In dem Bundesland sind die Bezirke Kitzbühel, Kufstein und Reutte am stärksten betroffen. Häuser wurden abgedeckt, ÖBB-Mitarbeiter standen 1.000 Stunden im Einsatz, um blockierte Bahnverbindungen instand zu setzen.

In Salzburg mussten die Feuerwehren mehr als 1.200 Mal wegen Sturmschäden ausrücken, insgesamt 3.370 Mann waren im Bundesland im Einsatz. In der Stadt Salzburg waren Mönchsberg und Kapuzinerberg für Fußgänger aus Sicherheitsgründen auch am Montag noch gesperrt. Laut Landwirtschaftskammer ist man bei "Emma" mit einem blauen Auge davongekommen. Die Menge der von dem Sturm gefällten Bäume betrage etwa zehn bis 20 Prozent jener, die "Kyrill" zum Opfer fiel.

In Niederösterreich mussten Feuerwehren 2.600 Mal zur Beseitigung von Sturmschäden ausrücken. Die Aufräumarbeiten im Land waren am Montag praktisch abgeschlossen. In Vorarlberg verursachte "Emma" Montag früh noch einen Unfall: Ein 56-Jähriger stürzte beim Reparieren eines Hausdachs in Götzis sechs Meter in die Tiefe und erlitt schwere Verletzungen.

In Wien erinnert vorläufig der gesperrte Südbahnhof an"Emma". Dort war ja am Samstag ein riesiger Kran quer über die Bahnsteige gestürzt, was zur Folge hatte, dass Gleise, Oberleitungen und Stromkabel beschädigt wurden. Der Verkehr kann nach vorläufigem Stand am Mittwoch wieder aufgenommen werden. Die Züge fahren so lange ab und bis Meidling. S-Bahn- und Ostbahnhof sind von den Schäden nicht betroffen.

"Emma" konnte mit "Paula und "Kyrill" mithalten

141 km/h in der Niederung, nämlich auf den Flughäfen Schwechat und Salzburg, sowie 186 km/h auf dem Feuerkogel - Orkan kann es laut Statistik der ZAMG in Sachen Spitzengeschwindigkeit mit "Paula" und "Kyrill" aufnehmen.

Alle drei erreichten in den Niederungen mehr als 140 km/h. In den Bergen war "Kyrill", der Mitte Jänner 2007 über Österreich zog, mit 207 km/h auf dem Feuerkogel der zumindest punktuell stärkste der drei Orkane. "Paula" erreichte dort 165, "Emma" 186 km/h.

Außer auf den Flughäfen Schwechat und Salzburg blies "Emma" im obersteirischen Bad Mitterndorf mit 129 km/h am stärksten. Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 120 km/h wurden auch an den ZAMG-Messstellen Frankmarkt, Hörsching, Kremsmünster, Weyer und Wolfsegg (Oberösterreich), in Mariazell und Irdning (Steiermark) sowie in Großenzersdorf und Seibersdorf (Niederösterreich) registriert.

"Paula" erreichte am 27. Jänner Spitzengeschwindigkeiten von 145 km/h, und zwar in Irdning im Ennstal. Der "Kyrill"-Rekord in den Niederungen betrug 147 km/h und wurde von der ZAMG in Wolfsegg am Hausruck gemessen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das EURO-Outfit des Wiener Riesenrades wurde am Samstag wegen "Emma" teilweise abmontiert.

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