Lungenkrebs: Kein Schutz durch Vitaminpillen

1. März 2008, 11:00
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US-Studie nahm Ergänzungsvitamine unter die Lupe

Seattle - Pillen mit Vitamin E schützen nicht vor Lungenkrebs, im Gegenteil können sie das Risiko dieser Erkrankung sogar leicht erhöhen. "Unsere Untersuchung von ergänzenden Multivitaminen, Vitamin C, Vitamin E und Folsäure ergab keine Anhaltspunkte für ein verringertes Lungenkrebsrisiko", schreibt Christopher Slatore von der University of Washington in Seattle.

"Entgegen der Auffassung eines Nutzens oder zumindest keines Schadens wird die zusätzliche Einnahme von Vitamin E mit einem leicht erhöhten Risiko für Lungenkrebs in Verbindung gebracht." Der Artikel ist in der ersten März-Ausgabe des "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" (Bd. 177, S. 524) erschienen.

Studiensetting

An der Studie nahmen 77.126 Männer und Frauen im Alter zwischen 50 und 76 Jahren im US-Bundesstaat Washington teil. 521 von ihnen entwickelten während der vier Jahre dauernden Analyse Lungenkrebs - eine erwartete Quote. Abgesehen von Faktoren wie der Raucherbiografie, des Familienhintergrunds und dem Alter entdeckten die Wissenschaftler einen geringen, aber signifikanten Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin E und Lungenkrebs.

Das Krebsrisiko stieg um sieben Prozent pro 100 Milligramm Vitamin E täglich. "Bei 400 Milligramm pro Tag über einen Zeitraum von zehn Jahren wird daraus ein 28 Prozent höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken", ergänzte Slatore. Von der gestiegenen Gefahr seien Raucher am stärksten betroffen.

Im Gegensatz zu Vitaminpillen hilft Obst nach Angaben der Autoren, das Krebsrisiko zu senken. Eine Frucht enthalte neben Vitaminen noch Hunderte anderer Stoffe, deren Funktion noch nicht verstanden sei, erläuterte Tim Byers von der University of Colorado in einem Vorwort des Journals. Der Nutzen werde bei Rauchern durch weiteren Tabakkonsum aber mehr als aufgehoben. (APA/dpa)

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