Taliban sprengen nach Ultimatum Mobilfunkmast in Südafghanistan

12. März 2008, 10:13
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Tausende ohne Handysignal

Nach Ablauf eines Ultimatums an Mobilfunkanbieter haben die radikalislamischen Taliban einen ersten Funkmasten in Südafghanistan gesprengt. Die Aufständischen hätten am Freitag einen Mobilfunkmasten in einer entlegenen Gegend im Distrikt Zherai in der Provinz Kandahar zerstört, sagte der Verwaltungschef des Distrikts, Neyaz Mohammad Sarhadi. Tausende Menschen hätten nun kein Handysignal mehr. Die Taliban hatten den Mobilfunkanbietern am Montag ein dreitägiges Ultimatum gestellt, Handysignale in den Rebellenhochburgen zwischen 17.00 Uhr und 03.00 Uhr abzuschalten.

Um Aufständische aufzuspüren und anzugreifen

Die Taliban drohten damit, Mobilfunkmasten zu zerstören und die Angestellten und Büros der Firmen anzugreifen, sollte ihre Forderung nicht erfüllt werden. Taliban-Sprecher Sabiullah Mujahid hatte gesagt, die US-geführten Koalitionstruppen und die von der NATO kommandierte Internationale Schutztruppe ISAF nutzten Mobilfunksignale, um Aufständische aufzuspüren und anzugreifen.

Vier Anbieter

Der am Freitag von den Rebellen zerstörte Mast gehörte nach Angaben Sarhadis der Firma Areeba, einem von inzwischen vier Mobilfunkanbietern in Afghanistan. Die Branche gilt als eine der lukrativsten in Afghanistan. Auch die Taliban nutzen Handys, die in weiten Teilen des kriegsgeplagten Landes das einzige Kommunikationsmittel sind, um etwa mit Medien in Kontakt zu treten.(APA/dpa)

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