Nächstes Kapitel: Zwiesel

1. März 2008, 22:14
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Drittletztes Weltcup-Wochenende am Arber bei den Damen mit RTL und Slalom - Hosp mit guten Karten, "aber Rechnen bringt nichts"

Wien - Für Lindsey Vonn würde ein "Lebenstraum" in Erfüllung gehen. Für Nicole Hosp wäre es eine "Zugabe", für Maria Riesch eine "Riesen-Überraschung". Nur Marlies Schild hat sich schon vor Wochen gedanklich von Gewinn des Gesamt-Weltcups 2007/2008 verabschiedet. Dabei liegt die Salzburgerin, die im Vorjahr schon wie die sichere Gesamtsiegerin aussah, acht Rennen vor Schluss als Vierte selbst nur 152 Punkte zurück.

Mit einem Riesentorlauf und einem Slalom in der für sein Kristallglas berühmten bayrischen Stadt Zwiesel geht das drittletzte Weltcup-Wochenende im Kampf um die große Kristallkugel über die Bühne. Realistischerweise kommen aufgrund des Restprogrammes aber wohl nur Vonn, Hosp und Riesch für den Gesamtsieg infrage. Vielfach wird der Kampf um den wichtigsten Saisontitel ohnehin auf einen Zweikampf zwischen der 23-jährigen, führenden US-Amerikanerin und der nur 54 Punkte zurückliegenden Tirolerin Hosp reduziert.

Zumindest am kommenden Wochenende am Arber im Bayrischen Wald hat Hosp als Technik-Spezialistin die besseren Karten. Während die Tirolerin in dieser Saison im Riesentorlauf schon auf das Podest gefahren ist und im Slalom gleich fünf Podestplätze - darunter zwei Siege - vorzuweisen hat, ist Speed-Spezialistin Vonn im Riesentorlauf über Rang sechs und im Slalom über Platz 17 nicht hinausgekommen. Den letzten Spezial-Slalom in Zagreb hat Vonn überhaupt ausgelassen, um sich in den USA auf die Kanada-Rennen vorzubereiten. Dort überraschte sie dann aber mit der vierten Zeit im - leichten - Kombislalom, mit der sie sogar schneller war als Hosp.

"Schwerer, etwas zu verteidigen"

Aber Hosp weiß bereits, was es heißt, bis zum letzten Rennen kämpfen zu müssen. Allerdings findet sie sich diesmal in einer Doppelrolle wieder. War sie im Vorjahr "nur" die (Schild-)Jägerin, ist sie heuer als regierende Weltcupsiegern auch Titelverteidigerin. "Natürlich ist es schwerer, etwas zu verteidigen, als anzugreifen", ist der Bichlbacherin bewusst. "Aber den Sieg vom vergangenen Jahr kann mir niemand mehr nehmen. Also wäre der neuerliche Gewinn der Kugel eine Draufgabe", lautet Hosps Strategie.

Dass sie in Zagreb durch ihren Einfädler im Slalom die Chance nicht genutzt hat, vorzulegen, ist für die 24-jährige Tirolerin Schnee von vorgestern. "Es hat lediglich gezeigt, dass gerade im Slalom immer alles passieren kann. Wichtig war, dass ich bis zum Ausfall gut gefahren bin", machte sich Hosp vor den Rennen in Zwiesel selbst Mut. "Ich konzentriere mich auf jedes einzelne Rennen. Denn Rechnen bringt überhaupt nichts!"

Nach dem Technik-Wochenende in Zwiesel finden in Crans Montana (8./9. März) für die Damen noch eine Abfahrt und ein Super-G statt, ehe es beim großen Finale in Bormio (12.-16. März) mit vier Rennen in allen Disziplinen zum großen Showdown kommt. (APA)

Die Aufstellungen des österreichischen alpinen Damen-Ski-Teams für die Weltcup-Rennen am Wochenende in Zwiesel:

  • Riesentorlauf (Samstag): Nicole Hosp, Andrea Fischbacher, Martina Geisler, Elisabeth Görgl, Michaela Kirchgasser, Stefanie Köhle, Regina Mader, Marlies Schild, Kathrin Zettel

  • Slalom (Sonntag): Nicole Hosp, Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl, Michaela Kirchgasser, Marlies Schild, Simone Streng, Kathrin Zettel
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