"Sind an die Grenzen gegangen"

1. März 2008, 21:25
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Dramatische Tornado-WM vor Neuseeland: Hagara/Steinacher erst gekentert, dann gekontert und weiter auf Olympiakurs

Auckland/Wien - Die Tornado-WM vor Auckland in Neuseeland hat sich für Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher zu einem Thriller entwickelt. Die Österreicher kenterten am Freitag in der ersten Wettfahrt, bewiesen aber Nerven und segelten anschließend mit ihrem ersten Tagessieg wieder voll auf Olympia-Kurs. Im Rennen um die vier in Neuseeland zu vergebenden Quoten-Plätzen für die Spiele in Peking haben die beiden Doppel-Olympiasieger als Gesamt-Elfte nach acht Wettfahrten Rang zwei inne.

In der ersten Wettfahrt blieb Steuermann Hagara so unglücklich mit seinem Übershirt am Ruderarm hängen, dass eine Kenterung unvermeidbar war. Zudem brachen dabei drei Segellatten. Während die Konkurrenz bereits Höhenluft witterte, blieben die Österreicher eiskalt. Auf dem Wasser reparierten sie mit von Betreuern gelieferten Ersatzlatten den Schaden und lieferten dann eine wahre Machtdemonstration ab.

Trotz für sie unangenehmer Windverhältnisse befanden sich Hagara/Steinacher vom Start weg in der Spitzengruppe, setzten sich bald ab und fuhren am Ende einen überlegenen Sieg nach Hause. "Dass uns ein weiterer Ausrutscher die Olympiateilnahme kosten könnte, ist uns nie in den Sinn gekommen", sagte Hagara. "So ein nervenzerreißendes Drehbuch kann man nicht schreiben. Wir sind an die Grenzen gegangen und wurden belohnt", erklärte Vorschoter Steinacher.

Auch Sportdirektor Georg Fundak lobte das Team nach dem Sieg: "Sie waren nicht die Schnellsten, sind taktisch aber in einer anderen Liga und wie Maschinen gesegelt." Im Ringen um die vier Quotenplätze liegen die Österreicher nun hinter den Kanadiern (Gesamtrang zwei) und knapp vor Neuseeland (12.), der Ukraine (16.) und Russland (17.) auf Rang elf.

Das zweite österreichische Duo Thomas Zajac/Thomas Czajka belegte in den Wettfahrten sieben und acht die Plätze 32 und 24. Die beiden verbesserten sich damit vom 28. auf den 24. Gesamtrang.

Am Samstag stehen die beiden finalen Wettfahrten auf dem Programm. Die Wetterprognosen kündigen Sturm an, was eine Absage bedeuten könnte. In diesem Fall wäre der Zwischenstand vom Freitag gleichbedeutend mit dem Endergebnis, womit Hagara/Steinacher den Quotenplatz geschafft hätten. Wenn gesegelt wird, wollen Hagara/Steinacher vor allem taktisch vorgehen und sich auf die Olympia-Konkurrenten konzentrieren.

Zwischenstand Tornado-WM nach 8 Wettfahrten/1 Streichresultat: 1. Daron Bundock/Glen Ashby (AUS) 24 Punkte (14,23,2,2,8,1,1,6) - 2. Oskar Johansson/Kevin Stittle (CAN) 39 (21,1,3,1,4,19,7,4)* - 3. Yann Guichard/Alexandre Guyander(FRA) 39 (4,9,1,3,13,4,5,23). Weiter: 11. Roman Hagara/Hans Peter Steinacher (AUT) 74 (10,25,12,15,2,9,52,1)* - 12. Aaron McIntosh/Mark Kennedy (NZL) 75 (17,8,5,7,10,13,24,15)* - 16. Pawlo Kalintschew/Andrij Schanfranjuk (UKR) 99 (9,19,24,21,15,15,11,9)* - 17. Andrej Kiriljuk/Waleri Uschkow (RUS) 106 (16,13,15,13,33,12,18,19)* - 24. Thomas Zajac/Thomas Czajka (AUT) 171 (29,16,25,31,32,14,32,24)*

* Segeln um Olympia-Quotenplatz

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    "Gesegelt, wie Maschinen" - Hagara/Steinacher vor Neuseeland.

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