Deutsche Telekom: Kundenrückgang im Inland, Wachstum im Ausland

12. März 2008, 10:12
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Finanzziele leicht übertroffen - Personaleinsparungen brachten 2,3 Milliarden Euro - Starke Zuwächse der T-Mobile Tochter in den USA

Die Deutsche Telekom hat 2007 ihre Finanzziele leicht übertroffen. Wie der Telekomkonzern am Donnerstag in Bonn mitteilte, lag das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) im Gesamtjahr bei 19,3 Mrd. Euro, im Vorjahr waren es 19,4 Mrd. Euro. Als Ziel ausgegeben hatte die Telekom 19 Mrd. Euro. Auch die frei verfügbaren Mittel vor Ausschüttung lagen mit 6,6 Mrd. Euro leicht über den angepeilten 6,5 Mrd. Euro.

Personal eingespart

Den Umsatz steigerte die Telekom 2007 leicht um 1,9 Prozent auf 62,5 Mrd. Euro. Ein wesentlicher Grund für das Erreichen der Ziele waren nach eigenen Angaben Einsparungen im Personalbereich von 2,3 Mrd. Euro.

2,1 Millionen KundInnen verloren

In der Festnetzsparte verlor die Telekom 2007 wie bereits im Jahr zuvor rund 2,1 Millionen Kunden in Deutschland. Allerdings legte sie bei schnellen Internetanschlüssen per DSL im Inland um 22 Prozent oder fast 2,3 Mio. Anschlüsse zu. Die Zahl der Kunden wuchs hier im vergangenen Jahr um zwei auf mehr als neun Millionen Insgesamt ging der Umsatz der Festnetzsparte T-Home aber um acht Prozent auf 20,1 Mrd. Euro zurück.

MyFaves und das iPhone

In der Mobilfunksparte T-Mobile sorgten der Tarif MyFaves und das iPhone von Apple für Zulauf. 962.000 Kunden und damit rund 20 Prozent mehr als 2006 schlossen 2007 einen Vertrag bei T-Mobile ab. Der Umsatzrückgang konnte so gegenüber dem Vorjahr verringert werden, wie die Telekom hervorhob: 2007 ging der Umsatz in der Sparte um 2,7 Prozent auf acht Mrd. Euro zurück, im Vorjahr hatte das Minus noch 4,7 Prozent betragen. Im Ausland dagegen, vor allem in den USA, konnte T-Mobile den Umsatz um rund zwölf Prozent auf rund 27 Mrd. Euro steigern. Auch das Geschäft in Osteuropa und Großbritannien lief den Angaben zufolge gut. Wachstumstreiber war vor allem die amerikanische Handy-Tochter T-Mobile USA.

Aus- und Inland

Erfolg im Ausland und rückläufige Geschäfte im Inland verbuchte auch die Geschäftskundensparte T-Systems. Im Ausland wuchs der Umsatz um 7,1 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro, im Inland dagegen ging er um zehn Prozent auf 9,5 Mrd. Euro zurück. Die Telekom hatte angekündigt, dass sie im März über die Zukunft der Sparte entscheiden werde. In der Diskussion sind ein Verkauf von Teilen der Sparte oder eine Partnerschaft mit anderen Unternehmen.

Für 2008 geht der Konzern davon aus, bei operativem Gewinn und Free Cash Flow im Vergleich zu 2007 nicht weiter zulegen zu können. Grund seien Investitionen, wie der Ausbau des Mobilfunknetzes in den USA sowie Kosten für das Breitbandangebot im Inland, mit denen sich die Telekom gegen die wachsende Konkurrenz behaupten will.(APA)

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