Duschen und heizen mit der Sonne

21. Februar 2008, 21:59
32 Postings

Solaranlagen sind die energiesparende Methode, Warmwasser und angenehme Raumwärme zu bekommen. Länder und Gemeinden fördern den Einbau

In drei Stunden strahlt die Sonne soviel Energie auf die Erde, dass damit der weltweite Jahresbedarf gedeckt wäre. In Österreich liegt die durchschnittliche Sonneneinstrahlung bei rund 1.100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr; höher gelegene Regionen erzielen sogar Werte von mehr als 1.400 kWh. - Energie, die nicht ungenutzt bleiben sollte.

Rund 10.000 private Solaranlagen gibt es in Österreich bereits. Mit einer Warmwasser-Solaranlage kann das Brauchwasser in einem Haushalt acht Monate im Jahr (März bis Oktober) auf 60° erwärmt werden. "Von Mai bis September ist damit die völlige Abschaltung des Heizkessels möglich", erklärt Barbara Bittner von der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie (AEE). 70 Prozent des gesamten Warmwasser-Bedarfs eines Haushalts können damit abgedeckt werden.

Amortisationszeit verkürzt sich

In welchem Zeitraum sich die Ausgaben für eine Solaranlage durch die geringeren Heiz- bzw. Stromkosten amortisieren, könne man zwar nicht so allgemein sagen, spielen hier doch viele Faktoren (zB, welches Heizsystem verwendet wird) eine Rolle. Fest steht aber: "Wegen der steigenden Energiekosten wird sich diese Zeitspanne weiter verkürzen", so Bittner im Gespräch mit derStandard.at auf der gerade laufenden "Bauen & Energie"-Messe in Wien. Für eine Warmwasser-Solaranlage mit beispielsweise sechs Quadratmetern an Kollektorfläche müsse man mit ca. 6.000 Euro an Gesamtkosten rechnen, mit Landes- und Gemeindeförderungen lassen sich die Ausgaben um rund 1.300 Euro senken.

Jede dritte installierte Solaranlage ist bereits nicht mehr nur eine Warmwasser-Solaranlage, sondern auch schon eine Heizungs-Unterstützungsanlage. Für eine solche müsse man durchschnittlich mit 12.000 Euro rechnen, Länder und Gemeinden bieten aber auch hier Unterstützung an (mehr dazu unten).

Beim Neubau gleich mitplanen

"Der beste Zeitpunkt, eine Solaranlage zu installieren, ist natürlich beim Bauen oder renovieren", sagt Bittner, am günstigsten kommt es also naturgemäß, die Anlage beim Neubau gleich mit einzuplanen – nicht nur deshalb, weil man sich so auch einige Quadratmeter an Dachziegeln erspart.

Will man die Kosten dafür beim Bauen aber nicht gleich aufbringen, rät die Expertin jedenfalls dazu, zumindest die Steigleitungen (für das Wasser) zum Dach gleich zu legen. Die Kosten dafür sind minimal, und man erspart sich dann später mühsame Stemm- und Verlegearbeiten.

Optimal für den Einbau einer Solaranlage sind Dachflächen mit einer Neigung zwischen 20 und 60 Grad. Flache Dächer (20-30 Grad Neigung) bringen im Sommer mehr Leistung, steile Dächer (50-60 Grad) im Winter.

Förderungen und Informationen

Länder und Gemeinden bieten Förderungen bei der Installation einer Solaranlage an. In Wien gibt es etwa bis zu 40 Prozent Direktzuschuss zu den förderbaren Investitionskosten. Details zu den Förderungen der einzelnen Bundesländer finden Sie auf www.solarwaerme.at. Die Bundesförderung (beim nachträglichen Einbau einer Solaranlage) besteht in der teilweisen Absetzbarkeit der Aufwendungen von der Einkommensteuer.

Die Wiener Umweltanwaltschaft bietet außerdem im Rahmen der "Solaraktion 2008" und in Kooperation mit den Bezirksvorstehungen von März bis Juni in vielen Bezirken Info-Abende an, wo auch Gespräche mit Installateuren sowie Vertretern der Wien Energie geführt werden können (Teilnahme kostenlos; Termine siehe unten). (map, derStandard.at, 22.8.2008)

Links
"Solaraktion 2008" der Wiener Umweltanwaltschaft

www.solarwaerme.at

www.austriasolar.at

Hinweis
"Tage der Sonne" am 16. und 17. Mai 2008 - Informationen unter www.solarwaerme.at/aktionstag
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Rund 10.000 private Solaranlagen gibt es in Österreich bereits.

Share if you care.