Deutsch-türkisches Filmfestival in Nürnberg

29. Februar 2008, 14:51
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Sechzig Werke ab 28. Februar

Nürnberg - Mit rund 60 Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilmen will das 13. deutsch-türkische Filmfestival in Nürnberg vom 28. Februar bis 9. März erneut den Dialog beider Kulturen fördern. Im Rahmen der elftägigen Veranstaltung wird Zülfü Livaneli für sein Lebenswerk mit dem Ehrenpreis des Festivals ausgezeichnet. Der Musiker, Komponist, Regisseur, Autor und Intellektuelle zähle zu den international bekanntesten und vielseitigsten türkischen Künstlern, so die Veranstalter am Donnerstag in Nürnberg.

Um den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis des Festivals bewerben sich fünf türkische und vier deutsche Spielfilme. Auf deutscher Seite sind das Hamburger Kiezdrama um den jungen Deutsch-Türken "Chiko" von Özgür Yildirim, die eindringliche Jugendgewaltstudie "Sieben Tage Sonntag" von Niels Laupert, die Nachbarschaftsgroteske "Der andere Junge" von Volker Einrauch und die deutsch-griechische Koproduktion "Eduard" nominiert. Alle vier Filme beschäftigen sich nach Angaben von Festivalleiterin Ayten Akyildiz aus verschiedenen kulturellen Blickwinkeln mit der in Deutschland aufkommenden Gewalt.

Aus der Türkei gehen die Livaneli-Romanverfilmung "Mutluluk" (Glück) von Abdullah Oguz, das Nazim-Hikmet-Porträt "Mavi Gözlü Dev" (Der blauäugige Riese) von Biket Ilhan, das bildstarke Filmpoem "Yumurta" (Ei) von Semih Kaplanoglu, das Außenseiterdrama "JanJan" von Aydin Sayman sowie "Riza", die Charakterstudie eines vereinsamten Großstadtmenschen von Tayfun Pirselimoglu, ins Rennen.

Das Filmprogramm wird ergänzt durch Podiumsdiskussionen zum Thema Folter, dem Verhältnis zwischen Christentum und Islam sowie zum Thema Integration und eine Ausstellung der Istanbuler Künstlergruppe "Hafriyat". Eine Weltpremiere stellt das Konzert der in Berlin lebenden amerikanischen Sängerin Jocelyn B.Smith dar, die mit ihrer Band am 1. März Jazz-Blues-Interpretationen von Liedern des Ehrengastes Zülfü Livaneli interpretiert. Dem Thema Migration ist das Gastspiel der Münchner Kammerspiele am 2. März mit dem Stück "Ausgegrenzt" von Neco Celik gewidmet. Zu dem Festival werden mehr als 150 Regisseure und Schauspieler aus der Türkei und Deutschland erwartet. (APA/dpa)

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