"Vorurteile bekommt man so schnell übergezogen wie ein T-Shirt"

12. März 2008, 16:49
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Blackaustria-Kampagne will mit Stereotypen gegenüber Schwarzen aufräumen - Düringer, Prohaska und Co. als Testimonials im Einsatz

Was haben Roland Düringer, Herbert Prohaska, Dodo Roscic, Willi Resetarits und Kristina Sprenger gemeinsam? Sie alle fungieren als Testimonial für den "Leiberltausch". Mit dieser Aktion geht die Kommunikationskampagne der Initiative Blackaustria in die zweite Runde. Ziel sei es, einen Beitrag zum Abbau von Diskriminierungen gegenüber in Österreich lebenden schwarzen Menschen zu leisten. "Wer eine Ahnung haben will, was es bedeutet, mit Vorurteilen konfrontiert zu sein, kann sie jetzt tragen", so die Initiatoren am Mittwoch bei der Präsentation in der österreichischen Vertretung der EU-Kommission.

"Weil das Leben nicht schwarz-weiß ist" wurde im vorigen Jahr von den Vereinen M-Media und Afra ins Leben gerufen und mittels einer Plakatserie publik gemacht. Bei der heurigen T-Shirt-Kampagne gehe es darum, "in die Haut von anderen Menschen zu schlüpfen", erläutert Beatrice Achaleke, Projektleiterin von Blackaustria, die Intention. Denn: "Vorurteile bekommt man so schnell übergezogen wie ein T-Shirt." Weiße könnten das Vorurteil dann wieder ausziehen, Schwarze nicht. Die plakativen Slogans wie etwa "Scheinehefrau/mann", "Drogendealer" oder "Sozialschmarotzer" sollten demnach bestehende Stereotypen ins Bewusstsein rufen und einen Umdenkprozess in Gang setzen, hoffen die Organisatoren.

"Wachrütteln"

Um die Anliegen von Blackaustria unter die Leute zu bringen, stellt die Gewista in Wien insgesamt 1000 Plakatflächen zur Verfügung. Ab März wird es auch einen Werbespot in den österreichischen Kinos geben. Printanzeigen und Freecards ergänzen die Kampagne, in der aber primär die "Menschen als Träger der Botschaften" in Erscheinung treten sollen, meint Alexandra Mitzner, Art Director bei Blackaustria. Die T-Shirts kosten zwischen 20 und 24 Euro und können in verschiedenen Varianten auf der Homepage der Initiative bestellt werden. "Es werden jetzt nicht alle anders denken, aber wir wollen wieder einmal wachrütteln", glaubt Mitzner, mit der Kampagne "sensibilisieren" zu können. Die Konzeption kommt von "verschiedenen Vertretern" aus der Werbebranche, die sich wie alle Beteiligten unentgeltlich in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Das Projekt wird nicht staatlich subventioniert.

Laut Organisatorin Achaleke könnten die "provokanten Botschaften" schon demnächst auch in andere europäische Staaten exportiert werden. Einige Länder hätten bereits Interesse signalisiert, was Ähnliches auf die Beine stellen zu wollen. Schließlich hat die EU ja 2008 zum "Jahr des interkulturellen Dialogs" auserkoren. (om)

Credits:

Projektleitung: Simon Inou / M-Media | Fotografie: Philipp Horak | Art Direction + Grafik: Alexandra Mitzner | Animation: Johannes Ohlenschläger | Text + Konzeption: Tino Schulter | Internet-Umsetzung: Harald Mayer | Konzept & Koordination: Horst Harlacher | Fundraising: Evelyne Faye MacGowan | Filmschnitt und technischer Support / Afrocut KEG

Link
www.blackaustria.at

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