Schweizer ABC

12. März 2008, 18:26
11 Postings

Eine Sammlung von DER STANDARD in progress: So ratschen die EidgenossInnen über Aagoal, Beizer und Eiertätsch

K wie karisierä, also flirten, ist bei der EM eher angesagt als kiflä, das schimpfen oder zanken bedeutet. Und kniebäl heißt übrigens müde, so kurlig (eigenartig) das klingt.

I wie iiluägä, also chancenlos, sind Österreichs EM-Fersler nicht. Da soll man sich nicht innä ghaiä, also täuschen lassen. Nur ein Joggel glaubt das, womit das J auch erledigt wäre.

H wie Höbürzu ist der Purzelbaum. Er ist nie "hüst und hot" (richtungslos). Dafür ist es "Hans was Heiri" oder ganz egal, ob man Ziehharmonika oder Handörgäli sagt.

G wie grüezi, denn so grüßen sie, ob der Glünggi (Halunke), der Glüschtälär (Lustmolch) oder der gmögige (sympathische) Schweizer. Der ist weit in der Überzahl.

F wie füdliblutt heißt splitterfasernackt, ganz ohne feckä (foppen). Auch manche Flättärä (Ohrfeige) vergisst man nicht so rasch, und wieder ist man der Schweiz ein Flärä (großes Stück) nähergerückt.

E wie Eiertätsch, was zwar fußballerische Assoziationen geradezu herausfordert, ballersterisch aber nichts zu bedeuten hat. Es handelt sich schlicht um ein Omelett.

D wie Däubälä, der Wutausbruch, der dem Fan nicht unbekannt ist, zumal wenn die Kicker mehr düüssälä (also schleichen) denn laufen, die Dottelis (Deppen).

C wie Chlööni: Der ewig Jammernde ist auch in der Schweiz kein unbekanntes Wesen. Streit und Zank, also Chädärä, ist weit verbreitet. Wer anderes angenommen hat, ist ein Chlaus, ein Naivling.

B wie Beizer, was mit Wirt zu übersetzen ist. Selbiger schenkt in seiner Beiz auch Bätziwasser, also Schnaps, aus. Letzterer kann zu einem ausgewachsenem Balaari führen. Dass dieser Ausdruck für einen Rausch nur in Teilen der Deutschschweiz gebraucht wird, sagt kein Bhaupti (Besserwisser), sondern ein Wissender von der Basler Zeitung.

A wie Aagoal: Klingt nach Toreschießen, hat damit aber nichts zu tun, sondern wird, wie auch Aahäuer, mit "Brotabschnitt" übersetzt. Abgwöhnerli ist ein allerletzter Schluck, aber das nur nebenbei.

Share if you care.