ÖSV-Ermittler: "Froh, dass es weitergeht"

17. März 2008, 15:45
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Leiter der Disziplinarkommission sieht Chancen "gewisse Systeme aufzudecken" - Deutscher Olympischer Sportbund steht in Kontakt mit österreichischer Regierung

Spittal/Drau - Richter Dr. Arnold Riebenbauer, der Leiter der Disziplinarkommission des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV) nach dem Dopingskandal bei Olympia 2006 in Turin, hat die Ermittlungen des Bundeskriminalamts (BK) wegen Versicherungsbetrugs in der Blutdoping-Affäre begrüßt. "Ich bin froh und heiße es gut, dass es weitergeht", betonte Riebenbauer im Gespräch mit APA am Freitagnachmittag. "Es besteht damit weiter die Chance, gewisse Systeme aufzudecken."

In diesem Zusammenhang erinnerte der Kärntner Bezirksrichter an die Aussagen von Sport-Staatssekretär Reinhold Lopatka (V) vom 31. Jänner in einem "Ö1"-Interview. In diesem hatte Lopatka Wert auf die Feststellung gelegt, dass es in der Causa weder Indizien noch Beweise gegen das Institut Humanplasma gebe. Auch die Ermittlungen gegen die Firma würden ergebnislos bleiben.

Drei Fragen

Für Riebenbauer ergeben sich aus diesen Aussagen drei Fragen: "Erstens, wer hat dann die Infrastruktur für die Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann, die von der Disziplinarkommission wegen Blutdopings verurteilt worden sind, geliefert. Da muss weiter ermittelt werden. Zweitens, was ist mit dem Insider, der über ein derart großes Insiderwissen verfügt? Dieser muss sich irgendwann einmal outen. Und drittens, wenn Humanplasma so ein gutes Gewissen gehabt hat, warum hat man dann über gewisse Dinge falsche Auskünfte gegeben?"

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, äußerte sich gegenüber der dpa zur jüngsten Entwicklung in Österreich zurückhaltend. "Ich nehme nicht zu einer anonymen Anzeige Stellung, deren Inhalt ich nicht kenne", sagte Bach. Er verwahrte sich aber gegen eventuelle Verdächtigungen gegen deutsche Sportler, wie sie im Zuge der Untersuchungen gegen Humanplasma erhoben worden waren: "Ich halte es nicht für gangbar, dass deutsche Athleten wieder in Verdacht gezogen werden könnten, ohne dass man dafür irgendetwas in der Hand hat." Der DOSB stehe mit der österreichischen Regierung weiter in Kontakt. (APA)

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