Staatspräsidium verlor Original-Friedensvertrag von Dayton

17. März 2008, 19:31
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Vorsitzender Komsic will Polizei einschalten

Sarajevo/Belgrad - Die Originalfassung des Ende 1995 geschlossenen Friedensabkommens von Dayton (US-Staat Ohio), mit dem der dreijährige Bosnien-Krieg (1992-95) beendet wurde, ist verloren gegangen. Der Vorsitzende des bosnischen Staatspräsidiums, Zeljko Komsic, kündigte am Donnerstag gegenüber Medien an, die Polizei in dem Fall einzuschalten.

Der Friedensvertrag von Dayton, der von den damaligen Präsidenten Bosniens, Serbiens und Kroatiens - Alija Izetbegovic, Slobodan Milosevic und Franjo Tudjman - im Dezember 1995 in Paris unterzeichnet wurde, begründete das komplizierte Staatsgebilde des heutigen Bosnien-Herzegowina.

Der Staat besteht heute aus zwei Entitäten, der bosniakisch-kroatischen Föderation und der Republika Srpska (bosnische Serbenrepublik), sowie dem dreiköpfigen Staatspräsidium mit einem Bosniaken, einem Kroaten und einem Serben. Eine geplante aber äußerst umstrittene Verfassungsreform soll den schwachen Gesamtstaat funktionstüchtiger machen. (APA)

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