ORF fehlen ab April Serien

12. März 2008, 16:41
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Nach Autorenstreik: US- Hochglanzware "leicht verzögert" - Nachschub von "Desperate Housewifes" oder "Grey's Anatomy" fehlt

Die US-Drehbuchautoren nehmen ihre Arbeit wieder auf, für den ORF kommt das Ende des Streiks trotzdem zu spät: "Leichte Verzögerungen" im Fernsehprogramm kündigt Serienchefin Andrea Bogad-Radatz ab April an. Bis dahin sind die aktuell verfügbaren Folgen von "Desperate Housewifes", "Grey’s Anatomy" und "Private Practice" abgespielt, durch den Streik fehlt aber Nachschub.

Dass es ausgerechnet diese drei Serien trifft, ist für den ORF besonders bitter: Erreichte die Anstalt doch mit neuen Folgen zuletzt wie berichtet bis zu 600.000 Zuschauer. Verzweifelte Hausfrauen, motivierte Jungärzte und renommierte Fachärzte lösen hierzulande gegenwärtig bisherige Quotenbringer ab: Die Begeisterung über Forensikserien wie "C.S.I." wird zusehends geringer.

Lücke füllen

Erst ab Mitte September wird laut Bogad-Radatz wieder intrigiert und operiert. Wie füllt der ORF die Lücke? Teils mit mindestens gleichwertigem Ersatz, zum Beispiel neuen Folgen von "Men in Trees": Anne Heches tolldreiste Abenteuer in Alaska wurden wegen "Grey’s Anatomy" unterbrochen, außerdem sollen neue Folgen von "The Closer" das weibliche Zielpublikum bei Laune halten. Im quotenarmen Sommer stehen dann Wiederholungen auf dem Programm. Bogad-Radatz: "Völlig unabhängig vom Streik." Betroffen sind auch Nachmittagsserien wie "Simpsons" oder "Smallville": Weil die aber ohnehin in Endlosschleife laufen, sollten Wiederholungen nur eingefleischte Fans stören. Keine Verzögerungen gibt es bei US-Serien wie "Monk" (neue Folgen ab 7. März) oder "C.S.I." (ab 3. März): Der ORF spielt sie ein Jahr nach der Erstausstrahlung in den USA. Der Zeitpolster ist dick genug, um nicht in Engpässe zu geraten.

Oscars live im ORF

Normalität kehrt auch beim Vertrieb ein: Die traditionelle Programm-Messe in Los Angeles im Mai findet nun doch statt. Dort verschaffen sich ORF-Programmverantwortliche einen Überblick über etwaige Zukäufe. Die arbeitenden Drehbuchautoren freuen den Küniglberg aber auch aus einem anderen Grund: Der ORF überträgt am 24. Februar erstmals die nun doch stattfindende Oscar-Verleihung live. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 14.2.2008)

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