Der "Wiener des Tages" aus Nigeria

19. März 2008, 16:25
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John Okoro ist neuer Bischof der Altkatholiken - ein Wahlspruch: "Bei Gott ist kein Ding unmöglich"

Wien – "John Okoro hat es als Nigerianer und als Vorarlberger geschafft, Wiener des Tages zu werden", schmunzelte der evangelische Bischof Michael Bünker in seiner Grußbotschaft. Die Wahl Okoros zum altkatholischen Bischof sei "mutig: Einen so schwarzen Bischof finden wir in Mitteleuropa nicht so schnell", betonte die altkatholische Synodalratsvorsitzende Karin Hofbauer unter großem Beifall der Altkatholischen – und schwarzen Festgemeinde. John Okoro (58) stellte am Samstag nach seiner Weihe zum Bischof der Altkatholischen Kirche Österreichs fest: "Der Auftrag Jesu, alle sollen eins sein, scheint mir in dieser Stunde erfüllt zu sein." Sein Wahlspruch aus dem Lukas-Evangelium: "Bei Gott ist kein Ding unmöglich."

Und auch bei den Altkatholiken ist einiges möglich: Etwa dass Okoro im November gemäß der altkatholischen Statuten von Kirchen- und Gemeindevertretern demokratisch gewählt worden war. Oder dass Okoro für den Friedensgruß als Erstes zu seiner Ehefrau ging, um sie zu umarmen. Seine Frau Edith war auch der Grund, weshalb Okoro letztlich "aus Liebe" von der römisch-katholischen Kirche zu den Altkatholiken gewechselt war. Zuvor hatte Okoro in Innsbruck Psychologie, Philosophie und Theologie studiert; in den 90er-Jahren war er im Rahmen der UNO-Einsätze auf Zypern und Syrien als Militärpfarrer tätig. Auch nach seiner Bischofsweihe will er weiter als Teilzeit-Psychotherapeut in Dornbirn arbeiten.

Nach dem Festgottesdienst stand Okoro noch der Gemeinde für Gespräche zur Verfügung. Von 20.30 bis 24 Uhr – im "Zwölf Apostel"-Keller. (Roman David-Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2008)

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    John Okoro, der erste schwarze Bischof Mitteleuropas.

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