Kinderprogramm: Programmdirektor Lorenz bestätigt weit gediehene Pläne

12. März 2008, 16:40
6 Postings

"Man muss auch den Kleinen auf Augenhöhe begegnen" - Suche nach weiteren Comedy-Formaten - Verhandlungen mit Düringer

Der ORF will wie berichtet sein Kinderprogramm neu aufstellen, um der Abwanderung junger Seher zu Kanälen wie Nick, Kinderkanal oder SuperRTL entgegenzuwirken. Entsprechende Pläne seien weit gediehen, bestätigte Programmdirektor Wolfgang Lorenz. Details wollte er noch nicht bekanntgeben. Thomas Brezina soll, wie der STANDARD berichtete, das Programm komplett übernehmen und überarbeiten. Man sei mit dem Kinderbuchautor in sehr konstruktivem Gespräch, so Lorenz.

Aufgrund des gestiegenen Konkurrenzdrucks und der Veränderungen im kindlichen Geschmack könne man "so wie jetzt bei den jungen Zusehern nicht mehr reüssieren". Das Programm werde grundlegend verändert - "man muss auch den Kleinen auf Augenhöhe begegnen".

Gleich bleibt laut Lorenz das Budget, das rund zehn Millionen Euro jährlich beträgt. Auch bezüglich des Zeitausmaßes soll sich an den täglichen zwei Stunden der Frühsendungen und dem etwas stärkeren Wochenendschwerpunkt nichts ändern.

Comedy-Offensive

Bestätigen konnte Lorenz auch eine neue Comedy-Offensive, die noch vor der Fußball-Europameisterschaft starten soll. Es gehe dabei nicht um das Ersetzen oder Austauschen von Sendungen, sondern um die Frage "was man zusätzlich zu unseren erfolgreichen Programmen noch einbringen kann". Verhandelt wird etwa mit dem Kabarettisten Roland Düringer. An den quotenstarken "Donnerstag Nacht"-Formaten wie "Wir sind Kaiser", "Dorfers Donnerstalk" oder "Willkommen Österreich" will Lorenz festhalten: "Sie zeigen österreichisches Talent, dass es so nur im ORF gibt. Unser Publikum honoriert das zu meiner Freude sehr." Was Neues betrifft, befinde man sich "noch in der Werkstatt".

"Einer gegen 100"

Weit mehr als "Werkstatt-Charakter" dürfte hingegen die in den USA und mehreren europäischen Ländern bereits bekannte und nun im ORF fix eingeplante Quiz-Show "Einer gegen 100" so wie die Doku-Soap "I am from Austria" mit Armin Assinger haben. Bei "Einer gegen 100" braucht der Kandidat "Wissen, Taktik und Mut", so Lorenz, um gegen den zahlenmäßig übermächtigen Gegner zu bestehen. In "I am from Austria" hingegen besucht Assinger Auslandsösterreicher in ihrer neuen Heimat. Eine Pilotsendung wird im Februar produziert, erst dann will Lorenz Auskünfte über einen möglichen Programmplatz geben. (APA)

Share if you care.