Der Ball ist rund und heuer rot

1. Februar 2008, 00:35
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Letzte Vorbereitungen für den Opernball - Herbert Prohaska und Andi Herzog tanzen bei der Eröffnung

Wien – Die Container der Eitelkeit standen links und rechts des Operneingangs fest verankert – am Mittwoch wurde an ihnen der Rahmen der Selbstdarstellung vollendet. Mit roten Kulissenelementen, die ans Gerüst angeschraubt wurden. Gewerkt wurde an der roten Ausstülpung vor der Staatsoper, dem "Red Carpet", die augenfälligste Neuerung des heurigen Opernballes.

Rot ist also die neue vorgelagerte Bühne für die tatsächlichen und selbsternannten Promis, auf dass sie sich nicht mehr auf der Feststiege durchs Getümmel wuzeln müssen. Rot soll die Leitfarbe dieses Opernballs sein: Vom Kleid der neuen Organisatorin Desirée Treichl-Stürgkh dazu (diesmal wirklich fair gehandelter) rosa Blumenschmuck und die roten Damenspenden-Tasche der Designerin Nicola Fechter – bis hin zu den Ball-Eröffnungs-Bällen.

Denn Fußball muss im_EURO-Jahr auch beim Staatsball ein Thema sein. Mittwochabend wurde bei der Generalprobe das Auftragswerk "Fußballett" von Moritz Eggert angepfiffen – und in Fußballdressen getanzt. Den Sanitätseinsatz zum Ballett probten Herbert Prohaska und Andi Herzog.

Zum Zeitpunkt der finalen Probe mussten Zuschauerraum und Bühne des Opernhauses jedenfalls fix fertig in einen Ballsaal verwandelt sein. 650 Arbeiter hackelten seit Montag insgesamt 12.000 Arbeitsstunden für den Umbau. 170 Parkett-Paletten wurden für den Tanzboden verlegt, 70 Lkw-Fahrten durch die Stadt getuckert, um die Bühnenlogen heranzukarren – allein der Aufbau des neuen VIP-Zeltes benötigte 30 extra Fuhren und 40 zusätzliche Arbeiter.

"Red Carpet"-VIP-Zelt

Am Mittwoch auch noch letzte Meldungen, wer zum Auftakt des Balles durch das "Red Carpet"-VIP-Zelt schreiten werde. Die schönste Brille der Welt jedenfalls nicht: Nana Mouskouri musste absagen – sie liegt in Korea in einem Spital. Dafür aber stimmte sich José Carreras als Eröffnungs-Sänger ein, weiters wurden Anna Netrebko und Bianca Jagger angekündigt. Dazu als EURO-Vertreter weitere offizielle Ball-Ballesterer: Franz Beckenbauer und Otto Rehhagel, der Ex-Mittelfeldregisseur Hansi Müller, die türkische Stürmerlegende Hakan Sükür und der Schweizer Stephan Chapuisat.

Nebstbei kündigte auch Christina Lugner an, sie werde den Ball zwar heimsuchen – nicht aber ihren Ex-Mann, "da denke ich nicht einmal dran" (siehe auch Artikel rechts).

Demo oder nicht

Die große Unbekannte blieb bis zuletzt: Würden auch Demonstranten kommen oder doch nicht. Eine Anmeldung für eine Opernballdemo gab es bis zuletzt keine – doch nach Protesten gegen den Ball des Wiener Korporationsringes am vergangenen Freitag wurde eine Sperrzone vorbereitet und 700 Polizeibeamte wurden aktiviert. (Roman David-Freihsl/ DER STANDARD Printausgabe 31.1.2008)

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    Das neue Entree für den Opernball: Container der Eitelkeit und Kulisse der Selbstdarstellung. Vor der Staatsoper wurde der neue "Red Carpet" für den Aufmarsch der tatsächlichen und selbsternannten Promis errichtet

  • Die Opernball-Eröffnung steht heuer ganz im Zeichen der EURO 2008: Das "Fußballett", getanzt in Fußballdressen – als Sanitäter stehen dem Tänzer Herbert Prohaska (li.) und Andi Herzog bei
    foto: standard/ christian fischer

    Die Opernball-Eröffnung steht heuer ganz im Zeichen der EURO 2008: Das "Fußballett", getanzt in Fußballdressen – als Sanitäter stehen dem Tänzer Herbert Prohaska (li.) und Andi Herzog bei

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