Honsik-E-Mails an Politiker: Spur führt in die Steiermark

22. März 2008, 13:32
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Anzeige bei Staatsanwaltschaft Graz gegen Urheber - Ermittler in Kontakt mit ausländischen Behörden

Wien - Der Urheber jener E-Mails an Politiker im Namen des mittlerweile inhaftierten Holocaust-Leugners Gerd Honsik stammt offensichtlich aus der Steiermark. Laut einer Anfragebeantwortung des Innenministeriums konnte dieser ermittelt werden, der Staatsanwaltschaft Graz liegt nun eine Anzeige vor. Die SPÖ-Abgeordnete Bettina Stadlbauer und andere Parlamentarier haben sich durch die Botschaften aus der Gefängniszelle belästigt gefühlt.

"Der Verdächtige wohnt in der Steiermark", bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch gegenüber der APA die Ermittlungen. Details über die Person wurden nicht verraten. Der Server, von dem die E-Mails versandt werden, steht hingegen nicht in Österreich, sondern im "europäischen Ausland", heißt es im Innenministerium. Auch hier will man nicht mehr verraten, außer, dass man mit den dortigen Behörden in Kontakt stehe und eine Abschaltung des Geräts erzwingen will.

Auftrag kam von Honsik

Honsik soll noch in Spanien den Auftrag gegeben haben, seine "Petitionen" auch nach seiner Auslieferung zu verschicken. Selbst habe Honsik diese nicht verschicken können, da dieser allein in einem Haftraum untergebracht sei und keinen Zugang zu elektronischen Kommunikationsmedien habe, so das Justizministerium, das die Anfrage ebenfalls beantwortet hat. Der 1992 verurteilte Holocaust-Leugner, der sich danach nach Spanien abgesetzt hatte, sei zu diesem Umstand befragt worden. Honsik habe angegeben, die Versendung von E-Mails aus dem Untersuchungsgefängnis bei Madrid angeordnet zu haben - "unter Einhaltung der Gesetze", wie er meint.

Das Justizministerium hat die Anfrage auch zum Anlass genommen, die EU-Justizstelle "Eurojust" um Recherchen zu angeblichen Unterstützern Honsiks zu bitten. Konkret handelt es sich um die Aktivitäten des offenbar deutschen, rechtsgerichteten Vereins "Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene (HNG)" in Spanien. Diese "Unterstützungsgruppe" fordert in einschlägigen Internetforen Hilfe für Honsik und fordert zu Protestschreiben an das spanische Justizministerium auf. Als Kontakt wird eine Person in Mainz genannt. (APA)

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