5.000 Jahre alte Objekte am Tiroler Bergisel entdeckt

13. Februar 2008, 14:14
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Archäologen fanden bearbeitete Feuersteine und Steinmesser - Auch Überreste aus der Bronze- und Eisenzeit kamen zutage - mit Grafik

Innsbruck - Der Bergisel südlich von Innsbruck ist, wie sich bei aktuellen Untersuchungen gezeigt hat, für die Frühgeschichte Tirols von größerer Bedeutung. Funde bei archäologischen Grabungen des Bundesdenkmalamtes Innsbruck belegen, dass der Bergisel offenbar schon vor 5.000 Jahren bewohnt war.

"Die neuen Funde zeigen, dass der Bergisel bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war", erläuterte Grabungsleiter Johannes Pöll das Resultat der Ausgrabung. Das belegen mehrere Objekte aus Feuerstein, darunter ein besonders schönes Steinmesser, meinte der Archäologe. Zum jungsteinzeitlichen Fundkomplex dürften auch sechs Pfostenlöcher gehören, die auf ein einfaches Holzbauwerk hindeuten. Mit den archäologische Grabung wurde vergangenes Jahr im Vorfeld des am Bergisel geplanten Museums-Neubaus begonnen. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet.

Funde aus Bronze- und Eisenzeit

Im Grabungsgelände direkt neben dem Kaiserjägermuseum kamen aber auch Überreste aus der Bronze- und Eisenzeit, also aus jüngeren Epochen, ans Licht. "Aus diesen Zeitabschnitten haben wir Bronzefibeln - das sind Gewandnadeln -, Glasperlen, eine Menge Keramikscherben und weitere Gebäudereste gefunden. Ebenso eine Menge Tierknochen. Sie könnten von einem Opferplatz stammen. Außerdem sind wir auf die Fundamente des Gasthauses gestoßen, das im 19. Jahrhundert hier stand," erklärte Pöll.

"Frühere archäologischen Untersuchungen in diesem Gelände waren leider allesamt Notgrabungen, bei denen die Ausgräber unter großem Zeitdruck standen und bei denen vieles unerkannt verloren gingen. Diesmal hatten wir mehr Zeit," resümierte der Forscher. (APA)

  • Fragment einer Schlangenfibel aus der späten Hallstattzeit (unrestaurierter Zustand).
    foto: bundesdenkmalamt österreich (bda)

    Fragment einer Schlangenfibel aus der späten Hallstattzeit (unrestaurierter Zustand).

  • Topografische Darstellung der sichtbaren, archäologisch relevanten Strukturen auf der Kuppe des Bergisel (Plan: Inst. f. Archäologien, Univ. Innsbruck).
    foto: bundesdenkmalamt österreich (bda)

    Topografische Darstellung der sichtbaren, archäologisch relevanten Strukturen auf der Kuppe des Bergisel (Plan: Inst. f. Archäologien, Univ. Innsbruck).

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