Grüne-Kritik an Volkshilfe-Service

5. Februar 2008, 10:52
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Haidlmayr warnte Pfleger davor, dass sie bei der Volkshilfe "noch weniger verdienen als beim Hilfswerk - FPÖ wirft Buchinger Realitätsverweigerung vor

Wien - Kritik am 24-Stunden-Pflegeservice der Volkshilfe hat am Montag die Grüne-Behindertensprecherin Theresia Haidlmayr geübt. Das Angebot sei "im Grunde genommen für ältere, auf Hilfe angewiesene Menschen gleich schlecht wie jenes des NÖ-Hilfswerkes". Für Betreuer sei das Paket sogar noch schlechter, sagte Haidlmayr in einer Aussendung. Die FPÖ warf wiederum Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ) Realitätsverweigerung vor.

Haidlmayer: "Dumping-Preise"

Haidlmayr warnte Pfleger davor, dass sie bei der Volkshilfe "noch weniger verdienen als beim Hilfswerk. Zahlt das Hilfswerk ohnehin nur lediglich 45 Euro netto pro Tag an die Personenbetreuer, so sind es bei der Volkshilfe nur mehr 34 Euro netto pro Tag. "Das Ranking um Personenbetreuer zu Dumping-Preisen ist damit eingeleitet", so Haidlmayr.

Auffallend sei auch, dass sich sowohl Hilfswerk als auch Volkshilfe für Qualitätskontrollen von den Pflegegeldbeziehern "stattlich bezahlen lassen", sich jedoch bei Versagen dieser Qualitätskontrolle schadensfrei halten, forderte Haidlmayr von den Trägerorganisationen, für etwaige "Schäden" die volle Haftung zu übernehmen. Sie kündigt eine parlamentarische Anfrage "zur Klärung der für sie so undurchsichtigen, parteipolitischen Machenschaften (Hilfswerk ÖVP, Volkshilfe SPÖ) in dieser Causa an".

Kickl: "Husch-Pfusch-Modell"

Als "überdeutliches Zeichen für einen dringenden Handlungsbedarf" deutete FPÖ-Sozialsprecher Herbert Kickl die aktuellen Zahlen zu den Pflegegeldbeziehern. Wenn bereits rund 4,5 Prozent aller Österreicher Pflegegeld beziehen würden, so sei das "rot-schwarze Theater um ein Pflege-Modell nur noch unverständlicher und gleichzeitig tragischer". Sozialminister Buchinger betreibe "im Grunde Realitätsverweigerung, wenn er das derzeitige Husch-Pfusch-Modell als leistbar und sozial ausgewogen präsentiere", so Kickl.

Alarmierend ist nach Ansicht Kickls, dass im Moment mehr als die Hälfte, nämlich 56 Prozent der Pflegegeldbezieher, nach den aktuellen Zahlen in die untersten beiden Pflegegeldstufen fallen würden. In die Stufen 3 bis 5 seien dagegen knapp 40 Prozent eingestuft und in die beiden obersten Stufen überhaupt "nur" fünf Prozent. Er forderte daher, dass das Pflegegeld "endlich valorisiert" werde und gleichzeitig in einem neuen Modell alle Pflegestufen angemessen berücksichtigt werden. (APA)

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