Karaoke-Portal erkämpft sich Musiklizenzen

6. Februar 2008, 13:49
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Nutzer bekommen kostenlosen Zugang zu Internet-Plattform

Das deutsche Online-Karaoke-Portal TalentRun hat sich die offiziellen Rechte zur Nutzung von Musik gesichert. TalentRun, das erst im Dezember vergangenen Jahres als erstes großes Karaoke-Portal in Deutschland gestartet war, schloss nach längeren Verhandlungen Lizenzverträge mit den Verwertungsgesellschaften GEMA und CELAS. Damit können Karaoke-Fans kostenlos auf ausgesuchte Titel aus den Katalogen der Verwertungsgesellschaften zurückgreifen. "Wir freuen uns sehr, diesen Durchbruch erreicht zu haben. Damit sind wir die bisher einzige Webseite in Deutschland, die Online-Karaoke rechtlich einwandfrei anbietet", so TalentRun-Geschäftsführer Dirk Wischnewski.

Einfacher Zugang

Grundsätzlich ist der Zugang zu Internet-Karaoke einfach und lässt sich mit einem Breitbandanschluss und dem nötigen Equipment realisieren. Kompliziert wird es meist erst in Hinblick auf die Nutzungsrechte. So gilt in Deutschland jeder Titel bis 70 Jahre nach dem Tod des betreffenden Künstlers als urheberrechtlich geschützt. Um die Musik trotzdem legal verwenden zu können, bedarf es einer Genehmigung seitens der Verwertungsgesellschaften. Genau diese hat sich TalentRun nun eingeholt. "Zunächst hatten wir keinen öffentlichen Betrieb, nur eine Testphase im privaten Bereich. Wir wollten abwarten, bis wir auch die Rechte haben", erklärt Benjamin Brandt, Produkt- und Marketingmanager bei TalentRun, im Gespräch mit pressetext. Die Verhandlungen seien kompliziert gewesen, aber letztlich habe es sich nur um eine Frage der Zeit gehandelt. "Wir waren von Anfang an zuversichtlich", so Brandt.

"Angemessene Vergütung"

"Dieser Vertragsabschluss bietet nicht nur den Musiknutzern in Deutschland einen neuen Service, sondern sichert auch unseren GEMA-Mitgliedern eine angemessene Vergütung", sagt Harald Hecker, Vorstandsvorsitzender der Verwertungsgesellschaft. Neben der GEMA hat das Karaoke-Portal auch eine Vereinbarung mit der CELAS, einer Tochter der deutschen GEMA und der britischen Verwertungsgesellschaft MCPS/PRS, geschlossen. Die CELAS ist für die EU-weite Vergabe von Lizenzen für das anglo-amerikanische Angebot von EMI Music verantwortlich und wurde 2005 auf Vorschlag der EU-Kommission gegründet. "Die Verwerter sind jetzt an unseren Einnahmen beteiligt. Natürlich müssen wir aber mit jedem Publisher im Einzelnen über die konkreten Abgaben verhandeln", sagt Brandt.

Karaoke und Urheberrecht

Urheberrechtsfragen in Zusammenhang mit der Freizeitbeschäftigung Karaoke sind nicht nur in Deutschland ein Thema. Schon 2006 hatte beispielsweise die chinesische Regierung auf Druck von Außen die Einführung einer Karaoke-Steuer überlegt. Dabei sollten die Betreiber der im asiatischen Raum besonders beliebten Karaoke-Bars zur Verantwortung gezogen werden. Mit dem Erfolg von Konsolenspielen wie SingStar wurde Karaoke in den vergangenen Jahren auch hierzulande ein immer populäreres Thema. "Wir bekommen einen super Resonanz und verzeichnen viele Neuanmeldungen. Als Online-Portal bieten wir den Vorteil, dass keine Konsole für das Karaoke nötig ist. Hinzu kommt der Community-Gedanke im Internet, der immer mehr im Vordergrund steht", so Brandt abschließend-(pte)

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TalentRun

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