der schönste Tag der Woche: Ein explodierender Rex

25. Jänner 2008, 17:29
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Dass Hunde selbst noch in tiefgefrorenem Zustand gefährlich sein können, zeigte sich unlängst im australischen Städtchen The Entrance in der Nähe von Sydney

Dass Hunde selbst noch in tiefgefrorenem Zustand gefährlich sein können, zeigte sich unlängst im australischen Städtchen The Entrance in der Nähe von Sydney, als in einem Tierkrematorium der Kadaver eines Schäferhundes just in dem Augenblick explodierte, als er in den Verbrennungsofen geschoben wurde. Offenbar hatte man vergessen, "Rex", oder wie immer der vierbeinige Liebling geheißen haben mag, vor der Einäscherung aufzutauen. Von den anwesenden Trauergästen wurden einige von herumfliegenden Hundeteilen getroffen, ernstlich verletzt wurde niemand.

Ähnliches Glück hatten am 26. Jänner 2004 rund 600 Taiwanerinnen und Taiwaner, die in der Nähe von Tainan den Abtransport eines gestrandeten Pottwals beobachteten, der infolge eines Gasstaus explodierte und unter den Schaulustigen Panik auslöste. Wenn man bedenkt, dass ein Pottwal bis zu 50 Tonnen schwer werden kann, grenzt es an ein Wunder, dass keiner der 600 Whale-Watcher getroffen wurde. Zum Glück ist bisher kein Wal an einer US-amerikanischen Küste explodiert, da in diesem Fall das Ministerium für Heimatschutz mit Sicherheit ein sofortiges Aufenthaltsverbot über Wale in US-Gewässern verhängen würde.

Ich möchte den vierten Jahrestag der taiwanesischen Walexplosion zum Anlass nehmen, um eine Frage zu beantworten, die mir von einer Leserin gestellt wurde, nämlich, ob ich mit dem bekannten Walforscher Rod Palm verwandt sei. Da eine Umfrage unter meinen Verwandten zu keinem Ergebnis führte, wandte ich mich an das Familienforschungsunternehmen "Family Heritage International" in Bath, Ohio, und ließ mir um teures Geld das "Palm Familien-Weltbuch" (Reg.-Nr. 30213) schicken, was sich als Schuss in den Ofen erwies. Denn außer einer Auflistung sämtlicher Personen weltweit, die Palm heißen, enthielt das Buch nur unbrauchbare Texte über die Völkerwanderung. Jetzt weiß ich zwar, dass es 24 Deutsche gibt, die Kurt Palm heißen, aber ob ich mit Rod Palm verwandt bin, weiß ich nicht.

Dafür kann ich ausschließen, dass ich mit jenem Kurt Palm verwandt bin, der 1970 den Film Liebestechniken für Fortgeschrittene drehte, wobei ich alle, die den Streifen nicht gesehen haben, trösten kann, dass selbst Adalbert Stifters Nachsommer aufregender ist als jede Liebesszene in diesem Film. Und so steht aus gutem Grunde eine – etwas vertrackte – Liebeserklärung aus dem Nachsommer am Schluss dieser Kolumne, mit der wir auch des 140. Todestags Stifters am 28. Jänner gedenken wollen: "Wenn Ihr mich nicht aus Absicht meidet, so ist es nicht ein Müssen, dass Ihr mich verlasset." Unsereins würde einfach sagen: "Bleib da!" Aber wer will das schon hören? (Kurt Palm, ALBUM DER STANDARD/Printausgabe, 26./27.01.2008)

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    foto: michaela mandl
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