Warum es dem Schimmel im Brot besonders gut gefällt

24. Jänner 2008, 19:57
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Schimmeliges Essen sollte auch nach dem Wegschneiden der pelzigen Stellen nicht mehr verzehrt werden - Es gibt aber auch essbare Schimmelarten

Frage: Was genau ist Schimmel?

Antwort: Schimmel ist ein Pilz und gehört damit zur gleichen Pflanzenart wie die köstlichen Eierschwammerln, Steinpilze oder Champignons. Er sieht aber anders aus: Schimmelpilze können in ihrer Form richtig flockig oder staubig sein und schwanken farblich zwischen Weiß, Blau, Grün, Gelb, Braun, Grau und Schwarz.

Die Luft ist voll von Samen diverser Schimmelpilze, sogenannten Sporen, die dort wachsen, wo sie Nahrung finden und wo es feucht ist. Am liebsten mag es der Schimmel auf faulenden pflanzlichen oder tierischen Stoffen, also etwa Obst oder Joghurt. Auch Pilze im Wald ernähren sich überwiegend von absterbenden Pflanzenteilen.

Frage:: Warum schimmelt Brot so schnell?

Antwort: Brot ist für Pilze erstens eine reichhaltige Nahrung, zweitens ist es feucht und drittens können sich die Pilzsporen in den kleinen Luftlöchern im Teig bestens einnisten. Plötzlich wachsen dann pelzige weißlich-grüne Flecken aus dem Brotteig heraus. Auch dort, wo noch keine Schimmelpilze zu sehen sind, ist das Brot dann nicht mehr genießbar, weil sich die unsichtbaren Sporen schon viel weiter auf den Laib verteilt haben, als man sehen kann.

Frage: Ist Schimmel schädlich?

Antwort: Schimmelnde Nahrungsmittel sollte man nicht mehr essen, auch nicht, wenn man sichtbare Schimmelflecken entsorgt hat. Denn: Die unsichtbaren giftigen Sporen haben sich bereits viel weiter verbreitet. Auch feuchte Hauswände können schimmeln. In schimmelnden vier Wänden zu wohnen ist höchst ungesund: Die winzigen Sporen schwirren in der Luft umher und werden von den Menschen ständig eingeatmet. Schätzungen zufolge reagieren sechs von hundert Menschen auf die Schimmelpilze allergisch.

Menschen mit schwachen Abwehrkräften können sich durch das Einatmen der Sporen auch Pilzerkrankungen im Körper zuziehen.

Frage: Kann Schimmel nützlich sein?

Antwort: Es gibt auch Schimmelarten, die für den Menschen nicht schädlich sind und außerdem gut schmecken: Jeder kennt etwa den Schimmelkäse. Er ist nicht giftig und viele finden ihn sehr lecker. Auch bei dem weichen Camembert oder einem ähnlichen Käse, dem sogenannten Roquefort, machen Schimmelarten (genau genommen Pinselschimmelarten) den Geschmack aus. Es gibt auch erwünschten Schimmel bei manchen Salamisorten. Beim Weinbau gibt es ebenfalls einen Schimmelpilz, der, wenn er zum richtigen Zeitpunkt auftaucht, dem feineren Geschmack des Weines dient.

Ebenso aus Schimmel hergestellt werden manche Antibiotika wie etwa Penicillin. Der Wissenschafter Alexander Fleming hat entdeckt, dass der Pilz bakterienhemmend wirkt. Auch andere Forscher haben sich damit schon zuvor beschäftigt, doch Fleming gilt als Entdecker des Penicillin. Dafür hat er 1945 den Nobelpreis für Medizin bekommen. Ein Nachteil von Penicillin: Relativ viele Menschen sind darauf allergisch. (Gudrun Springer, DER STANDARD - Printausgabe, 25. Jänner 2008)

  • Tomaten, in Schimmelpelz gekleidet.
    foto: wikimedia

    Tomaten, in Schimmelpelz gekleidet.

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