FH Vorarlberg soll Strategiekonzept erarbeiten

18. Jänner 2008, 20:34
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Landes-Rechnungshof: Unklarer Kompetenzverteilung soll mit einem Organisationsstatut begegnet werden

Bregenz - Der Fachhochschule Vorarlberg (FHV) fehlt ein umfassendes Strategiekonzept für ihre künftige Entwicklung. Zum diesem Schluss kommt der Landes-Rechnungshof Vorarlberg (RH) in seinem jüngsten Prüfbericht. Einer unklaren Kompetenzverteilung zwischen Geschäftsführung und Kollegium soll mit einem Organisationsstatut begegnet werden, empfiehlt der RH. Außerdem gelte es den Anteil an fix angestellten Lehrkräften zu reduzieren.

 

Bewerber managen

Die Entwicklung der Bewerberzahlen und der Studierenden weise in den einzelnen Studiengängen auf eine eindeutige Tendenz hin, stellte RH-Präsident Herbert Schmalhardt bei der Präsentation des Berichts fest. Bei den technischen Studiengängen sei die Bewerberzahl relativ gering und die Ausfalls-Rate hoch. Demgegenüber stünden bei den Studiengängen Mediengestaltung und Sozialarbeit hohe Bewerberzahlen geringen Ausfalls-Raten gegenüber. "Dieser Entwicklung ist auf Basis eines umfassenden Strategiekonzepts zu begegnen", sagte dazu Schmalhardt.

Organisationsstruktur straffen

In Bezug auf die Kompetenzverteilung zwischen Geschäftsführung und Lehre meinte der RH-Präsident, dass es sich dabei nicht um ein spezifisches Problem der FHV handle. Dennoch bedürfe es in diesem Bereich einer Klärung. "Derzeit ist es etwa so, dass der Geschäftsführer an der Auswahl von Lehrkräften nicht einmal teilnehmen darf", erläuterte Schmalhardt die Problematik anhand eines Beispiels. Es gelte ganz grundsätzlich, die Organisationsstruktur zu straffen.

Zu den Kosten des Lehrbetriebs stellte der RH fest, dass der Anteil an fix angestellten Lehrkräften mit 64 Prozent sehr hoch sei und auf mindestens 50 Prozent zu senken sei. Die Vorgaben der FHV für den Lehrbetrieb seien im Vergleich mit anderen Fachhochschulen hingegen moderat, so sei die Vollauslastung mit 15 Semesterwochenstunden angesetzt. Der Finanzierungsanteil des Landes habe sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht und lag 2006 bei sieben Millionen Euro (Gesamtaufwendungen für die FHV: 16,7 Mio. Euro). "Künftig wäre eine stärkere Bindung der Finanzierung an Kennzahlen und Vorgaben zweckmäßig", so Schmalhardt.

Landtags-Präsident Gebhard Halder sah im Prüfbericht keinen Anlass, "die FH in ein schiefes Licht zu rücken". Man sei auf gutem Weg, die Richtung müsse allerdings noch genau definiert werden.(APA)

  • Die Entwicklung der Bewerberzahlen an der FH Vorarlberg kritisiert der Landesrechnungshof.
    foto: fh vorarlberg

    Die Entwicklung der Bewerberzahlen an der FH Vorarlberg kritisiert der Landesrechnungshof.

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