Infektionen mit tödlicher MRSA-Variante außerhalb von Spitälern

23. Jänner 2008, 14:44
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"USA300" tritt in einem Bezirk von San Francisco in ungewöhnlicher Häufung auf

San Francisco - Infektionen mit MRSA, also gegen zahlreiche Antibiotika resistenten Stämmen von Staphylococcus Aureus, erfolgen in der Regel in Krankenhäusern. 2007 sorgte ein Fall für Aufsehen, bei dem ein japanischer Bub außerhalb eines Krankenhauses an einer von MRSA ausgelösten Lungenentzündung starb.

Epizentrum Castro

Ein anderer tödlicher Stamm von MRSA, der ebenfalls außerhalb von Krankenhäusern aufgetreten ist, ist "USA300", welcher zu einer nekrotisierenden (also Gewebe abtötenden) Form von Lungenentzündung führen kann. Erste Forschungen des San Francisco General Hospital Medical Centre weisen darauf hin, dass der Erreger im Großraum San Francisco vor allem die homosexuelle Gemeinde in Castro heimsucht.

Laut dem Team um Binh Diep trat der Bazillus bisher 13 Mal häufiger bei homosexuellen Männern in San Francisco auf als bei anderen Menschen. Im Castro-Bezirk, in dem mehr homosexuelle Menschen leben als anderswo in den Vereinigten Staaten, trägt einer von 588 diese MRSA-Form in sich. In der Gesamtbevölkerung der Stadt ist einer von 3.800 Menschen betroffen. Laut Diep sind von diesen resistenten Infektionen häufig homosexuelle Männer in Körperbereichen betroffen, wo es während des Geschlechtsverkehrs zu einem Hautkontakt kommt. "Da dieses Bakterium auch bei einem zufälligeren Kontakt übertragen werden kann, befürchten wir eine Ausbreitung auf die gesamte Bevölkerung."

Die Übertragung

In Großbritannien wurden laut BBC bislang zwei Fälle von Infektionen mit dem USA300-Stamm bekannt. Der neue Stamm ist gegen die Behandlung mit einer Vielzahl von Antibiotika resistent, die Übertragung erfolgt durch Körperkontakt zwischen Menschen. Die beste Möglichkeit eine Übertragung zu verhindern sei vermutlich, sich vor allem nach sexuellen Aktivitäten gründlich mit Seife und Wasser zu waschen.

Die aktuelle Studie basiert auf einer Untersuchung der Daten von Kliniken in San Francisco und Boston. Mark Enright, einer der führenden britischen MRSA-Experten erklärte, dass die Höhe der Zahlen überraschend sei. "Wir wissen, dass der USA300-Stamm sich sehr leicht über Hautkontakt überträgt. Am meisten gefährdet sind homosexuelle Männer, Drogenkonsumenten und Sportler, wie etwa Ringer, die viel Körperkontakt haben. Viele Sexualpartner und häufiger Hautkontakt mit vielen verschiedenen Menschen erleichtern die Ausbreitung der Infektion." (pte/red)

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