Wahlkampfausgaben etwas geringer

21. Jänner 2008, 14:39
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Wahlkampf 2003 kam für alle Gruppierungen auf rund drei Millionen Euro

Graz - Vergleicht man die öffentliche Präsenz von Wahlplakaten, Lichtwerbungen oder Dreieckständern im Stadtbild von Graz mit den Budgets der wahlwerbenden Parteien, so muten letztere fast bescheiden an. Die Parteien dürften insgesamt rund 2,6 Mio. Euro ausgeben. Den größten Brocken an die Werbewirtschaft gibt es dabei von der Grazer Volkspartei unter Bürgermeister Siegfried Nagl. Von Werbeprofis werden die Zahlen allerdings leicht angezweifelt.

Zündholzschachteln, Feuerzeuge, Kondome und Besen an den Ständen der Parteien, Adventkalender in den Briefkästen der Bürger sowie tausende Plakate im ganzen Stadtgebiet künden vom in seine Endphase gehenden Wahlkampf in der steirischen Landeshauptstadt, in der 198.020 Wahlberechtigte am 20. Jänner den Gemeinderat und die Bezirksvertretungen wählen.

Keine Quellen genannt

Das Wahlkampfbudget der Volkspartei, deren Wohlfühlkampagne völlig auf Nagl zugeschnitten ist, beläuft sich laut dem Büro von Wahlkampfleiter und Stadtrat Werner Miedl auf rund eine Mio. Euro. Aus welchen Quellen das Geld genau kommt, wollte man nicht sagen, lediglich: "Wir haben gut gewirtschaftet."

SPÖ-Wahlkampfmanager Klaus Eichberger bezifferte das rote Budget mit "600.000 Euro, rund 150.000 Euro weniger als 2003". Plakatiert wurde nahezu ausschließlich Vizebürgermeister und Spitzenkandidat Walter Ferk mit seinem Slogan "Ich will mehr für Graz".

Die Grünen geben für ihre Wahlwerbung rund 150.000 Euro aus, im Jahr 2003 waren es 200.000 Euro. In den Intensivphase wurde damit vor allem auf eine stärkere Affichierung von Spitzenkandidatin Lisa Rücker gesetzt.

Von den Freiheitlichen war am Montag keine Auskunft über deren Wahlkampfbudget zu erlangen. Spitzenkandidatin Susanne Winter lächelt vor allem von großen Bogen-Plakatwänden und den Leucht-Einrichtungen bei Haltestellen der Grazer Öffis - Motto: Konterkarierung des VP-Spaß- und Wohlfühlwahlkampfes mit den Parolen: "Armut macht keinen Spaß" oder "Moscheenbau macht keinen Spaß". 2003 hat das FPÖ-Budget 600.000 Euro betragen, die "Grazer Woche" berichtete am 9. Jänner von einem Volumen von rund 350.000 Euro, über Kredit finanziert.

Die Grazer KPÖ setzt laut Landesvorsitzendem Franz Stephan Parteder 280.000 Euro ein, um 30.000 mehr als geplant. Im Gegensatz zu vergangenen Wahlen könne die seit 2005 auch im Landtag vertretene Partei dies aus eigenen Mitteln bestreiten. Ein Novum sei auch ein Banner mit Spitzenfrau und Stadträtin Elke Kahr, das bei Kunden von Internet- und Email-Providern im Großraum Graz bei Seiten-Anklick "flasht".

Das bisher nicht im Gemeinderat vertretene BZÖ hat laut Spitzenkandidat und Generalsekretär Gerald Grosz rund 300.000 Euro im Wahlkampf-Arsenal. Ein paar Tausend Euro habe man außer Plan aufwenden müssen, um Plakate nachzudrucken, die von bisher Unbekannten zerstört worden waren. Auch seien etliche Dreieckständer verschwunden oder in die Mur gekippt worden. Das Budget setze sich aus Zuwendungen und Solidaritätsbeiträgen der Funktionäre zusammen, sagte Grosz.

Zu den offiziellen Wahlkampfkosten hatte der Wiener Werbeprofi Luigi Schober von Young & Rubicam vergangene Woche bei einer Presseclub-Diskussion in Graz gemeint, er halte diese Zahlen für untertrieben. Das Doppelte bis Dreifache jeweils bei den größeren Parteien sei möglich. "Es herrscht offenbar ein irrer Werbedruck, 55 bis 60 Prozent der Plakate an den Stadteinfahrten sind von wahlwerbenden Parteien", so Schober. (APA)

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