Rechnungshof sucht Rationalisierung

12. März 2008, 16:17
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Prüfer befragen Manager und Stiftungsräte - Betriebsratsboss Fiedler kritisiert: Wrabetz legt seine Personalabsichten nicht offen

Wien - Am laufenden Band lädt das halbe Dutzend Rechnungshofprüfer derzeit auf dem Küniglberg Spitzen von ORF und Stiftungsrat vor. Ihre Fragen weisen nach Standard-Infos, in welche Richtung der Bericht geht: Ist die Struktur des ORF noch zeitgemäß, wie viel ist zu rationalisieren?

Wie berichtet, stützen sich die Prüfer auf den Befund der Unternehmensberater von McKinsey aus 2003/2004. Sie orteten Einsparungspotenziale von 270 Jobs und 27 Millionen Euro. Umgesetzt? Zwischen "nicht viel" und "höchstens einem Drittel" bewegen sich die Einschätzungen.

"Ungeheuerlich"

Betriebsratsboss Heinz Fiedler, Freitag befragt, erinnert sich an den letzten Bericht des Rechnungshofes aus 1995. Der las sich "wie ein Wunschzettel" des damaligen Generals Gerhard Zeiler für Sparmaßnahmen und Neustrukturierung (als AG). Erwartet er nun einen "Wunschzettel" im Sinne von Wrabetz? "Sicher", sagt Fiedler und verweist auf dessen Pläne, ein Viertel der Führungskräfte und zwei der sechs Direktoren einzusparen (STANDARD-Interview vom 21. Dezember 2007). "Ungeheuerlich" findet das Fiedler, Wrabetz lege die Absicht dem Betriebsrat nicht offen. Der General versucht, den ORF-Kollektivvertrag neu zu verhandeln. Fiedler: "Ich glaube nicht, dass ich das will, und auch nicht die nach mir."

Der ORF-KV ist auch Thema für die Prüfer: Sie erkundigten sich, warum bisher nicht mehr nach dem Kollektivvertrag von 2003 angestellt sind. Zudem nach hohen Rücklagen, nach der Verwendung der Gebühren und Umständen der Bestellung von Direktoren, etwa in der Technik. Der Rohbericht könnte vor dem Sommer vorliegen. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 12./13.1.2008)

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