Kräftige Verluste seit Jahresbeginn

9. April 2008, 11:55
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Der Leitindex ATX brach seit Jahresbeginn um knapp neun Prozent ein, ein Ende der Entwicklung scheint derzeit nicht absehbar

Wien - Die kräftigen Kursverluste an der Wiener Börse haben auch in der abgelaufenen zweiten Handelswoche in diesem Jahr angehalten. Mit einem Wochenminus von rund 6 Prozent fielen sie sogar noch deutlicher aus, als in der ersten Woche, als das Minus 3,6 Prozent betrug. In Summe brach der Leitindex ATX seit Jahresbeginn vergleichsweise überdurchschnittlich stark um knapp 9 Prozent ein - und ein Ende dieser Entwicklung scheint nicht absehbar zu sein: "Die gedämpfte Entwicklung in Wien dürfte auch in den kommenden Wochen anhalten", sagen die Aktienexperten der Raiffeisen Zentralbank (RZB) voraus.

Als "deftigen Neujahrskracher" und "massiven Ausverkauf" bezeichnen die Aktienexperten der Erste Bank die kräftigen Verluste in Wien. Sie raten jedoch, die zuletzt geprügelten zyklischen Werte nicht wahllos auf den Markt zu werfen, empfehlen aber auch Zukäufe erst bei fixen Anzeichen einer Stabilisierung zu tätigen. Unternehmen würden ihren Geschäftsausblick derzeit weit weniger negativ sehen als die Börsianer. Das derzeitige wirtschaftliche Umfeld sei aber "wahrlich kein Mix, aus dem Börseträume gemacht sind".

Zwar haben sich auch die europäischen Aktienmärkte seit Jahresbeginn sehr verhalten entwickelt, der österreichische Aktienmarkt wurde aber vergleichsweise stark betroffen. Dies liegt laut RZB-Research daran, dass die deutlich unter Druck geratenen zyklischen Titel und Finanzwerte im ATX stärker gewichtet sind, als in vielen anderen europäischen Indices.

Die größten Verlierer

Unter den größten Verlieren seit Jahresbeginn finden sich demnach auch die Aktien von A-Tec, SBO und Andritz, die jeweils über 20 Prozent verloren haben. Wienerberger gab bereits 18 Prozent nach. Auch bwin, Raiffeisen International (RI), voestalpine, Zumtobel und RHI mussten bereits Abschläge von rund 13 Prozent hinnehmen.

In der abgelaufenen Woche brach erstmals auch die OMV-Aktie kräftig ein, sie verlor auf Wochensicht fast 8 Prozent. Die Kursanstiege der einzigen Gewinner seit Jahresbeginn - Wiener Städtische, Intercell, Verbund und Post - halten sich mit maximal 2,3 Prozent sehr in Grenzen.

Erst ab März erwarten die RZB-Experten, dass die ATX-Unternehmen wieder einiges von ihrem verlorenen Boden gutmachen werden können, denn fundamental sähen die österreichischen Unternehmen gut aus und würden auch attraktive Bewertungen aufweisen - relativ wie auch absolut.

Auch die Experten der Volksbank-Gruppe erwarten in den kommenden Monaten nur geringes Kurspotenzial, da die Verunsicherung bezüglich der Auswirkungen der US-Kreditkrise anhalten sollte. Zudem sei von US-Seite mit keinen bedeutenden positiven Impulsen zu rechnen, heißt es. Erst in der zweiten Jahreshälfte wird eine geringere Verunsicherung, eine zunehmende Risikoneigung und somit eine freundlichere Entwicklung der Aktienmärkte erwartet. (APA)

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