ÖVP-Bürgermeister will Koalition mit Grünen

21. Jänner 2008, 14:32
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Siegfried Nagl zog Bilanz - "Verhandeln mit allen, FPÖ nicht vorstellbar" - Grüne: "Skeptisch aber nicht gänzlich ablehnend"

Graz - Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl hat am Montag, dem letzten Tag des Jahres, Bilanz gezogen und Ausblick gegeben. Bei einer Pressekonferenz sprach sich der Bürgermeister für die Grünen als Koalitionspartner nach den Grazer Gemeinderatswahlen im Jänner aus. SPÖ und KPÖ hätten sich selbst ausgeschlossen; die FPÖ sei "gar nicht vorstellbar" und das BZÖ werde laut Umfragen "nicht viel zu einer stabilen Mehrheit beitragen können", erklärte Nagl bei einer Pressekonferenz.

Bei der Wahl am 20. Jänner wolle man wieder stärkste Kraft werden und dann rasch eine "stabile, vernünftige" Mehrheit zu Stande bringen, so Nagl. Verhandeln werde man mit allen Parteien, allerdings schloss der Bürgermeister die FPÖ auf Grund von Aussagen der Spitzenkandidatin Susanne Winter und von FP-Chef Heinz-Christian Strache aus. Der Bürgermeister will u.a. Ausländerintegrationsprojekte aufgreifen und plädiert für "amtsführende und nichtamtsführende Stadträte". Auch soll ein Wohlfühlzentrum mit Wellness- und professionellem psychosomatischen Beratungsangebot gebaut werden. Weiters will sich Nagl Themen wie z.B. Nahversorgung und Senioren widmen.

Nagl: "Bin Suchender und Vorwärtsstrebender"

In den vergangenen Jahren habe er viel gelernt, manche Bereiche wie z.B. Armut habe er zuvor "nicht so intensiv gespürt", resümierte Nagl, der sich selbst als "Suchender und Vorwärtsstrebender" bezeichnete. "In anderen Bereichen wie Energie-, Behinderten- oder Frauenpolitik brennt neues Feuer", so der Bürgermeister.

Die Grazer Grünen zeigten sich "skeptisch aber nicht gänzlich ablehnend" zum Koalitionsangebot des Bürgermeisters. "Wenn Nagl mit uns zusammenarbeiten will, dann muss er sich von seiner bisherigen Politik verabschieden - das würde der ÖVP sehr wehtun", so Spitzenkandidatin Lisa Rücker in einer Aussendung. Vor allem in gesellschaftspolitischen Fragen wie Frauenförderung, Familienpolitik oder der Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften würden ÖVP und Grüne Welten trennen. Den Verhandlungen vorgreifen wolle man aber nicht. (APA)

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