13 Personen nach Brand in Linz im Spital

1. Jänner 2008, 22:09
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Polizei vermutet Brandlegung im Zusammenhang mit Konflikt zwischen Türken und Kurden

Linz - 13 Personen mussten nach einem Brand in einem türkischen Geschäft in der Linzer Innenstadt in der Nacht auf Sonntag in Spitäler eingeliefert werden. Das berichtete die Linzer Berufsfeuerwehr. Die Polizei fand Anzeichen dafür, dass das Feuer gelegt wurde. Es könnte ein Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Kurden und Türken bestehen.

Die Polizei hatte um 3.27 Uhr Alarm gegeben. Als die Feuerwehrmänner bei dem Geschäft eintrafen, stand dieses bereits in Vollbrand. Mehrere Personen aus den darübergelegenen Wohnungen waren durch das verrauchte Stiegenhaus ins Freie gelaufen. Zwei mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Trupps der Feuerwehr brachten weitere Menschen in Sicherheit. Vier Personen, darunter zwei Polizisten, konnten nur noch auf das Dach flüchten. Sie wurden über eine Drehleiter geborgen.

Rauchgasvergiftung

Die Rettung brachte insgesamt zehn Bewohner und drei Polizisten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser. Die Feuerwehr suchte danach das gesamte Gebäude noch einmal nach Menschen ab, sie fand dabei aber nur noch eine Katze. Weil kein Besitzer gefunden werden konnte, wurde sie ins Tierheim gebracht.

Während der Brandbekämpfung machte der Betreiber des Ladens den Einsatzleiter darauf aufmerksam, dass sich im Geschäft eine Gasflasche befinde. Sie war noch unversehrt und wurde ins Freie gebracht. Das Feuer konnte um 4.15 Uhr unter Kontrolle gebracht werden. Das Geschäftslokal ist ausgebrannt. Die Höhe des Sachschadens war am Sonntag noch nicht bekannt, dürfte aber erheblich sein.

Brand wurde gelegt

Bei den Ermittlungen zur Brandursache wurde ein Brandsatz im Geschäft gefunden. Die Polizei vermutet deshalb, dass das Feuer gelegt wurde. Es könnte ein Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Türken bestehen. Samstagnachmittag hatten Kurden in einer genehmigten Kundgebung gegen das Vorgehen des türkischen Militärs im Irak protestiert. Eine Polizeiaufgebot verhinderte, dass es im Anschluss daran zu Tätlichkeiten zwischen Türken und Kurden kam. (APA)

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