Nur wenige iranische Juden wollen nach Israel

15. Februar 2008, 18:24
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Großes Medieninteresse für 40 Emigranten

In einem gemeinsamen Kommuniqué haben der Vorsitzende der iranischen Judenorganisation, Mere Sedgh, und der Vertreter der iranischen Juden im iranischen Parlament, Moris Motamed, die Berichterstattung über die Auswanderung 40 iranischer Juden nach Israel als gezielte Propaganda gegen den Iran bezeichnet. Die Auswanderung selbst wurde dabei weder bestätigt noch dementiert.

Die 40 iranischen Juden sind am Dienstag in Israel eingetroffen und wurden dort mit großem Bahnhof und Medieninteresse empfangen. Sie sind die größte Gruppe von Juden seit der Islamischen Revolution von 1979, die den Iran verlassen. Mere Sedgh betonte in einem Interview, dass die Juden im Iran unbehelligt leben und als Minderheitenrecht einen Abgeordneten im iranischen Parlament haben. Sie fühlten sich als ein Teil der iranischen Nation, so Mere Sedgh.

Bis zu 28.000 Juden leben im Iran (in Teheran allein gibt es 20 Synagogen), das ist die größte jüdische Gemeinde im Mittleren Osten. Moris Motamed bezeichnete die finanziellen Anreize für jüdische iranische Einwanderer in Israel als eine „Beleidigung der iranischen Juden“. Die Integrität der iranischen Juden könne man nicht kaufen.

Tatsächlich bekommt jeder iranische Jude in Israel bei seiner Einwanderung über die normale Unterstützung hinaus 10.000 US-Dollar. Der überwältigende Teil der iranischen Juden, die meist dem Mittelstand angehören, zieht es trotz aller Nachteile vor, im Iran zu bleiben. Die israelische Zeitung Haaretz zitiert einen Beamten der Einwanderungsbehörde mit den Worten: „Wir haben ihnen so viel geboten, aber nur so wenige kommen.“ (Amir Loghmany aus Teheran/DER STANDARD, Printausgabe, 29./30.12.2007)

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