Mangelndes Vertrauen hemmt Verbreitung von Mietsoftware

8. Jänner 2008, 10:21
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Datenzugriff und -sicherheit sind Barrieren für Umstieg - Kriterienkatalog für Unternehmer geplant

Eine Barriere für die Akzeptanz von Mietsoftware ist das mangelnde Vertrauen in die Datensicherheit. "Bei geschäftskritischen Daten tun sich Unternehmer schwer, diese außer Haus zu geben und das zu Recht", meint Paul Meinl, Leiter des Projekts "ASP Services" von VITE-Group. Derzeit sei die einzige Basis noch das Vertrauen und "das ist eine Barriere", so Meinl.

Nutzungsgebühr

Im Gegensatz zum klassischen Lizenzmodell geht es bei Mietsoftware (Software as a Service, SaaS) darum, dass der Kunde nur noch eine Nutzungsgebühr für die Software bezahlt. Die Software befindet sich auch nicht mehr direkt am eigenen Computer, sondern liegt am Server des Anbieters und kann jederzeit - bei bestehender Internetverbindung - aufgerufen werden. Auch die Daten werden extern, d.h. auf dem Server des Anbieters, gespeichert und verwaltet.

Der Vorteil von Mietsoftware sei, dass "prinzipiell die Datensicherheit bei einem Spezialisten sicherer aufgehoben ist. Jedoch fehlt den Kunden oft die Kompetenz, um zu entscheiden, ob der Provider sicher ist", sagt Meinl, Geschäftsführer von Factline und selbst Anbieter von Mietsoftware. Denn wenn ein Anbieter in Konkurs gehe und der Server bzw. die Dienstleistung gesperrt werde, "dann habe ich als Unternehmer ein Problem". Dazu käme die Frage, dass eine andere Rechtsperson Zugriff auf die Daten habe.

Einstiegskosten

Daneben seien aber die niederschwelligen Einstiegskosten sowie die leicht kalkulierbaren "total costs of ownership" (Gesamtkosten einer Investition) wesentliche Vorteile. Wobei das nicht heiße, dass "SaaS unbedingt günstiger sei. Es gibt unterschiedliche Angebote, die man vergleichen muss", warnt Meinl.

Die Plattform VITE-Group erarbeite deshalb derzeit Lösungsmöglichkeiten und einen Kriterienkatalog für Unternehmer, "um zu wissen, welche Fragen ich stellen soll, wenn ich eine Software anmiete", so Paul Meinl. Mögliche Lösungsansätze wären das Sichern der Daten auf einem weiteren externen Server oder das regelmäßige Deponieren der Daten bei einem Notar. Dies wäre jedoch wieder mit enormen Kosten verbunden.

Google

Auch der US-Internetkonzern Google ist bereits in das SaaS-Geschäft eingestiegen. Während es für die kostenfreien Angebote für Privatkunden keine Garantie der Datensicherheit gebe, "sichert das Unternehmen bei kostenpflichtigen Modellen eine 99,9-prozentige Verfügbarkeit der Daten zu", so Andreas Rodl, Google-Verkaufsmanager für Österreich, Deutschland und die Schweiz.

Anwendungen (Google-Apps) zählen - laut Geschäftsführer Eric Schmidt - neben der Internetsuche und der Werbung (Google AdWords) zu einer der drei Kernbereiche des Unternehmens in den nächsten Jahren. "Wie wichtig uns der Bereich ist, sieht man in den Investitionen von uns, wie zum Beispiel der Kauf von Jotspot", erläutert Rodl. Jotspot sei eine Plattform, welche alle Google-Anwendungen verbinde. In zwei Jahren solle es eine "Kommunikationssuite" für Unternehmen geben, die alles inkludiere. "80 Prozent der dafür vorgesehenen Anwendungen sind bereits da", so Rodl abschließend. (APA)

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