Ökoboom am Friedhof

27. Dezember 2007, 10:08
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Letzte Ruhe - aber bitte umweltfreundlich: Särge aus recyceltem Zeitungspapier sind der neueste Trend in den USA

Portland - Cynthia Beal möchte nach ihrem Tod ein Kirschbaum werden. Den Begräbnisplatz hat sie schon ausgesucht, und neuerdings gibt auch biologisch abbaubare Särge, damit auf ihrem Grab der gewünschte Baum gut gedeihen kann. "Das ist Kompostieren vom Feinsten", erklärte die Besitzerin des Bestattungsunternehmens "The Natural Burial Company", das im Jänner im US-Staat Oregon seine Pforten öffnet. In Beals Sortiment ist auch der "Ecopod", ein Sarg in Form eines Kajaks, der aus recyceltem Zeitungspapier hergestellt wird.

Biologisch abbaubare Särge sind Teil eines umfassenderen Trends in den USA zu "natürlichen" Beerdigungen - ohne Einbalsamieren mit Formaldehyd, ohne Grüfte aus Zement, ohne chemische Rasenbehandlung und laminierte Särge. Befürworter sehen darin eine umweltverträglichere Form der letzten Ruhe als bei konventionellen Beisetzungen. Verbrennungen galten lange Zeit als die umweltfreundlichste Begräbnisvariante, doch der Einsatz fossiler Brennstoffe in Krematorien hat bei Umweltschützern Bedenken geweckt.

In den USA gibt es bereits in Kalifornien, Florida, New York, South Carolina und Texas "grüne" Friedhöfe. Der Großteil der abbaubaren Särge wird derzeit noch aus Großbritannien importiert, doch inzwischen gibt es auch heimische Anbieter. Abbaubare Särge kosten zwischen 100 Dollar für das Basismodell aus Karton bis zu 3.000 Dollar für handbemalte Einzelstücke.

Der potenzielle Markt ist riesig. Der Umsatz der US-Bestattungsunternehmen wird auf jährlich elf Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) geschätzt. Und die Tendenz ist steigend, wenn man sich die Bevölkerungsentwicklung anschaut. (APA/AP)

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