Urteil wegen Erschießung von US-Ordensfrau aufgehoben

14. März 2008, 16:15
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Verfahren um Mord an Regenwaltaktivistin und Missionarin muss neu aufgerollt werden

Rio de Janeiro - Ein Berufungsgericht in Brasilien hat im Mordfall der US-Missionarin und Regenwald-Aktivistin Sr. Dorothy Stang das Urteil gegen den Täter aufgehoben. Zur Begründung hieß es, das Plädoyer von Rayfran das Neves Sales, wonach er allein handelte und die 73-Jährige aus Angst tötete, sei nur unzureichend beachtet worden. Das Verfahren muss nun neu aufgerollt werden. Bis dahin bleibt Sales in Haft, wie am Dienstag aus Gerichtskreisen in Rio de Janeiro verlautete.

Sales wurde im Dezember 2005 zu 27 Jahren Haft verurteilt. Bei Gefängnisstrafen von mehr als 20 Jahren sieht das brasilianische Strafrecht eine automatische Überprüfung des Urteils vor, doch erst dem zweiten Berufungsantrag wurde stattgegeben.

Streit um die Rodung eines Waldes

Sales gab an, er habe die Ordensschwester am 12. Februar 2005 erschossen, weil er sich von ihr bedroht gefühlt habe. Den Vorwurf, dass es sich um einen Auftragsmord gehandelt habe, wies er stets zurück. Hintergrund der Bluttat war laut Staatsanwaltschaft ein Streit um die Rodung eines Waldes gewesen. In dem Fall wurden auch ein überführter Komplize des Täters, ein Auftragsvermittler und ein Großgrundbesitzer zu langen Haftstrafen verurteilt.

Stang hatte sich jahrzehntelang für die Rechte der Armen in Brasilien und gegen die Rodung des Regenwaldes eingesetzt. (APA/AP)

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