Der Eee PC - Einzigartig in seinem Gebiet

14. Dezember 2007, 12:05
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Asus schafft es einen PDA mit einem Notebook zu kombinieren und für Einfachheit zu sorgen - Ein Webstandard-Test

Mit dem Eee PC widmet sich der Hersteller Asus einem breitem Spektrum an Benutzern, durch die einfache Handhabung sollen selbst ältere, unerfahrene Leute sowie Kinder spielend leicht mit dem "Subnotebook" zurecht kommen. Eine speziell angepasste Linux Distribution, sowie ausführliche Beschreibungen und Tipps sollen den Alltag erleichtern und gleichzeitig eine Alternative zu Palmtops und Multimedia-Phones bieten. Wer möchte darf auch Windows XP installieren, die nötigen Treiber befinden sich auf dem Flash-Speicher des Eee PCs.

(Alte) Technik

Im direkten Hardware-Vergleich sieht der Eee PC alt aus. Inmitten des kleinen Notebooks pocht ein mobiler Celeron Low-Voltage-Prozessor mit 900 Megahertz. Gefertigt im 90 Nanometer Prozess ist der Verbrauch im Vergleich zu aktuellen Celeron-Modellen mit rund 5 Watt hoch, weshalb dem Gerät ebenso ein eigentlich leistungsstarker Akkumulator mit 5200 mAh beiliegt. Die Laufzeit beläuft sich bei normaler Nutzung mit aktiviertem WLAN-Modul auf rund drei Stunden, im Offline-Betrieb schafft der Eee PC in etwa eine halbe Stunde mehr. Neben dem WLAN-Adapter 802.11 b/g präsentiert sich die restliche Hardware-Ausstattung relativ zeitgemäß. Ein sieben Zoll kleines Non-Glare-Display liefert das nötige Bild, Videoaufnahmen werden mit der flotten 0,3 Megapixel Webcam getätigt.

Solide

Auch lässt sich das knapp über 900 Gramm schwere Mini-Notebook erweitern, so etwa der DDR2-Speicher welcher sich von 512 Megabyte problemlos verdoppeln lässt. Ebenso gibt es einen freien, einfachen PCI-Express-Slot an der Innenseite. Anstatt einer Festplatte kommt eine stoßfeste Solid-State-Disk mit vier Gigabyte Speicherkapazität zum Einsatz, zusätzlichen Raum für Daten können sich Nutzer durch SD- oder MMC-Karten verschaffen.

Das Testmodell stellte des Weiteren drei USB 2.0 Anschlüsse, sowie einen Ethernet- und VGA-Ausgang.

Design

Anders präsentiert sich der Eee PC auch in Sachen Design, wenn - vermutlich - auch nicht unbedingt gewollt. Aufgrund der leistungsbedürftigen CPU ist ein großer Akku nötig, welcher gleichzeitig als eine Art Standbein arbeitet, wodurch das Mini-Notebook stets angenehm auf dem Tisch liegt. Die Verarbeitung ist durchwegs sehr gut, auch gab es beim auf- und zuklappen zu keiner Zeit Probleme, geschweige denn das Gefühl, dass einer der Scharniere brechen könnte. Etwas seltsam wirkt das Gesamtbild allerdings aufgrund des doch sehr kleinen Displays. Der Platz daneben wurde dafür aber sinnvoll genutzt, so befindet sich rechts und links jeweils ein Lautsprecher für Stereo-Sound, auf der Oberseite ist die Webcam angebracht.

Angepasst

Die Handhabung der modifizierten Linux-Distribution Xandros ist vergleichsweise einfach, so erinnert die Benutzeroberfläche an eine Mischung aus Handy- und Windows-Betriebssystem. Große Icons und treffende Bezeichnungen machen das Navigieren auch für unerfahrene Benutzer einfach. Unterteilt sind die jeweiligen Anwendungen dafür in unterschiedliche Kategorien wie etwa "Arbeit", "Spiele" oder "Internet". Auch finden sich einige Direktlinks zum Internet auf dem Desktop. Wikipedia und iGoogle gehören damit ebenso zum Betriebssystem wie die vorinstallierte Version von OpenOffice.org 2.0, Skype, der Messenger Pidgin oder das über 50.000 Wörter umfassende Wörterbuch.

Weitere Weblinks führen den Anwender außerdem auf den eigenen Webmail-Account, Google Docs oder etwa zu einem Internet-Radio. Unter der Kategorie "Favoriten" lassen sich außerdem die eigenen Lieblingsseiten platzieren.

Lernen

Das Software-Paket ist mit 40 Programmen umfangreich und ideal für Schüler. Vorinstallierte Lernprogramme für Wissenschaft oder Mathematik sind bereits integriert, auch gibt es drei unterschiedliche Bildbearbeitungsprogramme, eine Photoshop-Alternative fehlt ohne Gimp allerdings gänzlich.

Einfach, einfach

Die Einrichtung eines WLAN-Netzwerkes fiel im Test ebenso leicht wie das Bearbeiten von Textdokumenten. Der häusliche Router ist schnell erkannt, die Einrichtung deutlich einfacher als unter Windows, und somit in drei Schritten erledigt. Die Entwickler das Eee PCs haben sich sichtlich alle Mühe gemacht Endanwendern den Alltag zu vereinfachen. Die vorinstallierte Version 2.0 von Mozillas Firefox verfügt bereits über eine integrierte Rechtschreibprüfung. Flash-Player oder gar ein PDF-Reader gehören ebenso mit dazu, wenn auch Ersterer beim Betrachten von YouTube-Videos zeitweise ins Stocken gerät.

Bei genauer Betrachtung wurde auch OpenOffice speziell eingerichtet, sodass Dokumente, Präsentationen und Tabellen automatisch im jeweiligen Format von Microsofts Office abgespeichert werden. Installationen erfolgen mithilfe von Debian beziehungsweise dem APT so einfach wie unter Windows. Ein Rechtsklick auf das beliebige Programm, dann "Paket installieren" wählen und das Passwort eingeben.

Mangelerscheinungen

Etwas problematisch wenn als reiner Notebook-Ersatz genutzt gestaltet sich die alltägliche Arbeit durch den kleinen Monitor, sowie die eng aneinander liegenden Tasten. Die Auflösung beträgt maximal 800x480 Pixelpunkte, womit beim Surfen im Internet oder Schreiben von Texten stets nach unter gescrollt werden muss. Die Tastatur ist ebenso gewöhnungsbedürftig, beträgt der Abstand der Tasten doch nur rund einen Millimeter, während gewöhnliche Eingabegeräte einen Freiraum von rund vier bis fünf Millimetern besitzen.

Fazit

Nach 30 Sekunden hochgefahren, und rund 15 Sekunden später im kabellosen Netzwerk so, oder so ähnlich lässt sich die Funktionalität des Eee PCs umreißen. Asus spricht mit seinem Mini-Notebook bewusst keine stark leistungsorientierten Benutzer an, sondern setzt mit dem Konzept auf Minimalismus. Während ihm mit der kleinen Tastatur, dem niedrig auflösenden Monitor, der geringen Speicherkapazität und der vergleichsweise geringen Prozessorleistung einige wesentliche Eigenschaften zum vollwertigen Notebook fehlen, lässt er PDAs und Smartphones deutlich hinter sich. Außerdem eignet er sich perfekt für Kinderhände und ist durch die fehlende Festplatte ebenso stoßfest wie einfach zu handhaben. Mit webbasierten Anwendungen und zahlreichen Direktlinks läutet der Hersteller gleichzeitig eine neue Ära ein und wagt einen weiteren großen Schritt in Richtung Internet, sodass einem die eigenen Daten zu jeder Zeit und an jedem Ort auch ohne Notebook zugänglich sind. Der Eee PC erscheint voraussichtlich im Jänner 2008 in Österreich.(Patrick Drexler)

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    foto: derstandard.at
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