China bestätigte zweiten Vogelgrippe-Fall in einer Familie

1. Jänner 2008, 16:47
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Bisher nur drei ähnliche Fälle bekannt

Genf/Peking/Shanghai - In China ist ein Mann wenige Tage nach seinem Sohn an der Vogelgrippe erkrankt. Der 52-Jährige aus der ostchinesischen Provinz Jiangsu habe sich ebenfalls mit dem Virus H5N1 infiziert, berichtete die Zeitung "Shanghai Daily" am Samstag. Dies habe das Gesundheitsministerium bestätigt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft derzeit, ob es sich um eine Ansteckung von Mensch zu Mensch handelt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es der weltweit vierte derartige Fall. Bisher seien drei Fälle aus Vietnam, Kambodscha und Indonesien dokumentiert, hieß es bei der WHO.

Fall genau beobachten

Der 24-jährige Sohn des Mannes aus der Stadt Nanjing war am vergangenen Sonntag gestorben. "Da die Möglichkeit einer Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht ausgeschlossen werden kann, werden wir diesen Fall genau beobachten", zitierte die Zeitung die Pekinger WHO-Sprecherin Joanna Brent. Bisher gebe es aber keine Hinweise darauf, dass sich das Virus verändert habe und nun leichter übertragbar sei. Im unmittelbaren Umfeld des jüngsten Opfers und seines Vaters seien bei Untersuchungen keine weiteren Ansteckungen festgestellt worden.

Sehr engen Kontakt übertragbar

Bisher gilt H5N1 nur bei sehr engem Kontakt als von Mensch zu Mensch übertragbar. Mediziner fürchten aber, dass eine Mutation des aggressiven Erregers eine weltweite Epidemie unter Menschen auslösen könnte.

Bei dem Verstorbenen und seinem nun ebenfalls erkrankten Vater gebe es keine Hinweise auf Kontakt zu erkranktem Geflügel, hieß es weiter. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass sich Vater und Sohn beim selben erkrankten Tier oder auch bei zwei unterschiedlichen infizierten Vögeln angesteckt haben.

Nach Angaben staatlicher Medien hatten sich bei dem 52-Jährigen am Montag erste Symptome gezeigt, Mitte der Woche sei die Infektion mit H5N1 bestätigt worden. Sein Sohn war das 17. Opfer der Vogelgrippe in China. Das Land hat seit 2003 insgesamt 27 Fälle bei Menschen gemeldet. Weltweit wurden von der WHO mehr als 330 H5N1-Infektionen bei Menschen registriert, knapp zwei Drittel der Patienten starben.(APA/dpa)

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