Verein "ForscherInnen ohne Grenzen" hilft hoch qualifizierten Flüchtlingen

17. Dezember 2007, 13:15
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Bildungs-Paten für Asylwerber mit akademischer Ausbildung gesucht

Wien - Mit Hilfe von "Bildungspatenschaften" soll es Flüchtlingen und Asylwerbern mit akademischer Ausbildung in Österreich künftig ermöglicht werden, einen besseren "Einstieg" zu finden. Ihnen soll über ein neues Mentoring-Programm beruflich wie auch persönlich ein Ratgeber zur Seite gestellt werden, berichtete Judith Kröll, Vereins-Obfrau von "ForscherInnen ohne Grenzen".

Flüchtlinge und Asylwerber mit akademischer Ausbildung gelten als "unsichtbare High Potentials". Doch Anschluss an den Arbeitsmarkt sowie an die heimische Forschergemeinde zu finden, ist für sie nur schwer möglich. "Die Flüchtlinge und Asylwerber kennen das System nicht, sie kennen die Sprache nicht", so Kröll. Zu der "normalen Flüchtlingsproblematik" geselle sich in vielen Fällen eine "berufliche Isolation", da die Personen häufig in sehr speziellen Berufen tätig waren.

"Bildungs-Paten" gesucht

Über das Mentoring-Programm soll die schwierige Lebenssituation der hoch qualifizierten Flüchtlinge sowie Asylwerber verbessert werden. Sie sollen von den persönlichen und beruflichen Erfahrungen sowie Kontakten der Mentoren profitieren. Als "Bildungs-Paten" werden vor allem Forscher, Lehrende, Juristen, Mediziner und Studierende gesucht - all jene, die Interesse mitbringen, sich zu engagieren und "sich mit jemandem persönlich auseinanderzusetzen", so Kröll.

Unterstützung sei etwa beim Spracherwerb, bei der Vermittlung von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, aber auch bei alltäglichen Dingen gefordert. Aus dem Kontakt "kann sich durchaus auch eine inhaltliche Bereicherung ergeben", so Kröll - wenn etwa Personen aus der gleichen Forschungsdisziplin zusammentreffen.

Genaue Zahlen, wie viele "Betroffene" es gibt, liegen nicht vor. Der Verein unterhält zu rund 35 Flüchtlingen und Asylwerbern Kontakt. Wer Interesse hat, ein Mentor zu werden, kann sich an den Verein wenden. Derzeit im Aufbau befindet sich laut Kröll auch ein Partnerschaftsprogramm mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen, über das künftig Praktika an Flüchtlinge und Asylwerber vermittelt werden soll.

Boku-Initiative

Eine Initiative zur verbesserten Integration ausländischer Studenten plant die Universität für Bodenkultur (Boku). Die Hochschülerschaft der Uni (ÖH Boku) veranstaltet im Rahmen des Pilotprojekts "My Second Home" einen Workshop, bei dem Probleme ausländischer Studenten auf Basis einer Fragebogen-Umfrage sowie Lösungen diskutiert werden sollen. Die Veranstaltung findet von 13. bis 14. Dezember an der Boku in Wien-Döbling statt. (APA)

Veranstaltungs-Tipp
Diskussionsabend "Brain Waste"
Wann: Freitag, 7.12., 19.00 Uhr
Wo: Depot, 7., Breite Gasse 3, 1070 Wien

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ForscherInnen ohne Grenzen

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