Weltweiter Werbemarkt wächst 2008 trotz Kredit-Krise um 6,7 Prozent

12. März 2008, 16:57
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Studie von ZenithOptimedia - Online weiter auf dem Vormarsch

Weltweit werden die Ausgaben für Werbung in 2008 um 6,7 Prozent von 455,12 Mrd. US-Dollar auf 485,57 Mrd. US-Dollar ansteigen. Damit wächst der weltweite Werbemarkt im kommenden Jahr noch stärker als 2007 (5,3 Prozent), prognostiziert die Mediaagenturgruppe ZenithOptimedia in ihrer aktuellen Studie "Advertising Expenditure Forecast".

Obwohl die Kredit-Krise das Wachstum der weltweiten Wirtschaft dämpft, wird dies für den globalen Werbemarkt nicht erwartet, heißt es. Gründe dafür seien, dass die Werbetreibenden in den vergangenen Jahren mit 0,92 bis 0,93 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) moderat entsprechend des Wirtschaftswachstums investieren. Zum Vergleich: Zur New Economy-Zeit 2000 beispielsweise wurden Werbegelder von bis zu 1,06 Prozent des BIPs ausgegeben. Zum anderen führe eine Schwäche der Industriemärkte heute nicht mehr zu einem weltweiten Abschwung des Werbemarkts, da die sich entwickelnden Märkte außerhalb Nordamerikas, Westeuropas und Japans maßgeblich das Wachstum des Werbemarkts bestimmen. So steigen die Werbeinvestitionen in Entwicklungsmärkten zweistellig. China wird sich laut ZenithOptimedia bis 2010 zum weltweit viertgrößten Werbemarkt entwickeln, Russland zur Nummer sechs.

"Ein Einfluss der Kredit-Krise auf den deutschsprachigen Kommunikationsmarkt ist bisher nicht erkennbar. Im Gegenteil sind die Inlandskräfte zurzeit deutlich stärker. Mögliche Reflexe der amerikanischen Konjunktur wird man allenfalls im zweiten Halbjahr 2008 erkennen können", sagt Maurizio Berlini, CEO ZenithOptimedia Österreich.

Events 2008

Treibende Kraft für die weltweit steigenden Werbeinvestitionen in 2008 sind die vier großen Events im kommenden Jahr: Eine Milliarde US-Dollar Werbeausgaben werden voraussichtlich im Zuge der Fußball-Europameisterschaft in Österreich/Schweiz investiert, drei Milliarden sollen es im Rahmen der Olympischen Spiele in Peking sein, zwei Milliarden zu den amerikanischen Präsidentschafts- und Kongresswahlen. Ohne diese Events würde das Wachstum des Werbemarkts nur bei etwa 5,4 Prozent liegen.

Online-Wachstumsraten von 69 Prozent

Auf Vormarsch ist nach wie vor das Internet als Werbemedium: Mit Wachstumsraten von 69 Prozent werden hier die Werbeinvestitionen von 2007 bis 2010 stärker ansteigen als in allen anderen Medien. Allein 2007 flossen Werbegelder im Umfang von 36 Milliarden US-Dollar in das Internet, das sind fünf Milliarden mehr als noch im Dezember 2006 prognostiziert. Der Marktanteil des Mediums wird sich so bis 2010 von 8,1 Prozent (2007) auf 11,5 Prozent erhöhen. In 2010 wird das Internet die Zeitschriften als Werbemedium überholt haben und nach TV und Tageszeitungen weltweit das drittgrößte Werbemedium bilden. (red)

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