Sharif an Treffen mit abgesetztem Höchstrichter gehindert

14. Dezember 2007, 15:24
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Ex-Premier wollte Solidarität mit unter Hausarrest stehendem Chaudhry demonstrieren

Islamabad - Pakistanische Polizeikräfte haben ein Treffen des aus mehrjährigem Exil in Saudi-Arabien heimgekehrten früheren Premierministers Nawaz Sharif mit dem von Staatschef Pervez Musharraf abgesetzten Obersten Richter des Landes, Iftikhar Chaudhry, verhindert. Etwa dreihundert Polizisten drängten Sharif, den Chef der konservativen Muslim-Liga (PML-N), laut Augenzeugenberichten am Donnerstag vor dem Wohnhaus von Chadhry in der Hauptstadt Islamabad zurück.

"Ich bin gekommen, um meine Solidarität mit dem Chef der Justiz und allen Richtern deutlich zu machen", sagte der Oppositionspolitiker vor mehreren hundert Anhängern. Diese riefen "Lang lebe Nawaz Sharif!" und verbrannten ein Poster mit der Abbildung von Musharraf.

Chaudhry war von dem Militärmachthaber nach Verhängung des Ausnahmezustands Anfang November abgesetzt worden und steht seither unter Hausarrest. Der von Musharraf gleichgeschaltete Oberste Gerichtshof erklärte daraufhin in neuer Zusammensetzung die umstrittene indirekte Wiederwahl des Staatschefs für verfassungskonform. Musharrafs von der Opposition boykottierte Wiederwahl hatte im Oktober ein Kollegium aus Mitgliedern des Bundesparlaments und der Provinzparlamente vorgenommen. Sie war vor dem Obersten Gericht angefochten worden, weil er sein Amt als Armeechef bis dahin nicht zurückgelegt hatte und im Jänner ein neues Parlament gewählt werden soll.

Sharif und seine langjährige politische Rivalin, die Chefin der Pakistanischen Volkspartei (PPP) Ex-Premierministerin Benazir Bhutto, haben inzwischen mit Boykott der geplanten Parlamentswahl gedroht.(APA/AFP)

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