Microsoft vs. Linux: Windows bald auf dem "100-Dollar-Laptop"

16. Mai 2008, 09:35
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Erste Feldversuche sollen laut Angaben des Softwarekonzern bereits im Jänner starten

Die große Resonanz auf die OLPC (One Laptop per Child)-Initiative und auf deren "100-Dollar-Laptop" sowie die immer größere Nachfrage nach billigen und kleinen Laptops zeigt nun seine ersten Spuren: Der Softwarekonzern Microsoft möchte das Feld nicht mehr nur Linux überlassen und will schon Anfang 2008 eine eigene Windows-Version für das "100-Dollar-Laptop" bringen.

Kampf um die KundInnen der Zukunft

Da Linux wesentlich ressourcenschonender eingesetzt und frei auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten werden kann, wurden die "100-Dollar-Laptops" bislang mit dem freien Betriebssystem bestückt. Allerdings hatte auch schon der Initiator des Projektes Nicolas Negroponte erklärt, dass "der 100-Dollar-Laptop muss auch für Windows offen sein muss". Aus Sicht von Microsoft würden die Initiativen dazu führen, dass die KundInnen der Zukunft auf eine alternative Plattform geführt würden und damit vielleicht später nicht zu Windows wechseln.

Erste Feldversuche

Wie der Softwarekonzern nun mitteilte, werden im Jänner die ersten "100-Dollar-Laptops" mit Windows in Feldversuchen erprobt werden. Die Notebooks werden zu Beginn in den USA, Indien und Rumänien getestet, so James Utzschneider, General Manager der Unlimited Potential Group bei Microsoft.

Fertiges Betriebssystem

Sollte alles planmäßig laufen, so könnte ein fertiges Betriebssystem für die Laptops in der zweiten Jahreshälfte 2008 erscheinen. "Wir wollen aber auf jeden Fall sicherstellen, dass die Qualität stimmt, bevor wir uns an die Regierungen wenden", meinte Utzschneider. Die "100-Dollar-Laptops" werden hauptsächlich über staatliche Organisationen vertrieben und sind im Einzelhandel nicht erhältlich.

Classmate und EeePC

Derzeit sei man bei Microsoft auf das "100-Dollar-Laptop" fokusiert, wolle aber auch in Richtung Classmate PC von Intel oder dem EeePC von Asus gehen. Zudem werde man die Solid State-Disc-Technologie besser unterstützen und fördern. Laut Utzschneider arbeiten derzeit rund 40 EntwicklerInnen an dem Projekt "XP auf dem XO" - XO ist die offizielle Bezeichnung für das "100-Dollar-Laptop".(red)

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