Schüssel bedauert frühes Frauenantrittsalter

4. Jänner 2008, 22:27
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"Da wird vielen Frauen nichts Gutes getan" - Regt Teilpension mit Arbeitsmöglichkeit an

Wien - ÖVP-Klubobmann Wolfgang Schüssel bedauert die mangelnde Flexibilität beim Pensionsantrittsalter von 60 Jahren für Fauen. Was Anfang der 90er Jahre als Schutz für Frauen gegolten habe, sei heute nur mehr bedingt so zu sehen. Oft würden Frauen, die länger arbeiten wollten, vom jeweiligen Dienstgeber mit dem Argument des gesetzlichen Pensionalters frühzeitig verabschiedet, so Schüssel in der "Kleinen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe). "Da wird vielen Frauen nichts Gutes getan".

"Das andere sollte denkbar sein"

Bei einer Lebenserwartung von aktuell 82 Jahren werde sich jede Frau gut überlegen, ob sie tatsächlich zum frühest möglichen Zeitpunkt mit 55 Jahren in Pension gehe. Danach sei es wohl "nicht immer einfach, für durchschnittlich 27 Jahre eine sinnvolle Aufgabe im Leben zu finden", meint Schüssel. Allerdings ist der Ex-Kanzler nicht explizit für eine Anhebung des Frauen-Pensionsalters. Es sollte für Frauen möglich sein, sich mit den früheren Pensionsalter über mehr Freiheit zu freuen, aber "das Andere sollte denkbar sein. Wir sollten von der Idee wegkommen, dass Arbeit ein Unglück ist, das man so schnell wie möglich hinter sich bringen sollte".

Teilpension

Schüssel will über die Möglichkeit einer Teilpension, bei der man gleichzeitig einer Teilzeitarbeit nachgehe diskutieren. In Anlehnung an die skandinavischen Länder kann er sich vorstellen, dass es nicht nur Abschläge bei früherem Pensionsantritt, sondern auch höhere Zuschläge für Leute, die länger arbeiten, gibt.

Nach derzeitiger Verfassungslage wird das Pensionsantrittsalter der Frauen an das der Männer schrittweise ab 2019 angepasst, wobei erst 2033 die 65 Jahre erreicht werden. Die von Schüssel angesprochenen höheren Zuschläge für jene Personen, die länger arbeiten, gibt es derzeit bereits für Männer, die über das 65. Lebensjahr hinaus in Beschäftigung sind. Die "Korridorpension" sieht vor, dass Männer ab 62 bei höheren Abschlägen in Frühpension gehen können, aber bei längerem Arbeiten bis 68 Zuschläge erhalten.(APA)

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    "Das Andere sollte denkbar sein", sagt der ÖVP-Klubmann. "Wir sollten von der Idee wegkommen, dass Arbeit ein Unglück ist, das man so schnell wie möglich hinter sich bringen sollte".

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