"Goldene Feder der Freiheit" für chinesischen Journalisten

12. März 2008, 17:25
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Pressefreiheitspreis des Weltverbandes der Zeitungen an den Reporter Li Changqing vergeben - Bekam mehrjährige Haftstrafe

Der chinesische Journalist Li Changqing, der zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, weil er die Öffentlichkeit schon Wochen vor den Behörden der Stadt Fuzhou vor dem Ausbruch der gefährlichen viralen Infektionskrankheit Dengue-Fieber informiert hatte, wurde der jährliche Pressefreiheitspreis des Weltverbandes der Zeitungen (WAN), die Goldene Feder der Freiheit 2008, zuerkannt. Das hat das Board des Weltverbandes bei seiner Sitzung in Wien beschlossen, das auch Li's sofortige Freilassung forderte.

Bereits im zweiten aufeinander folgenden Jahr wird damit erstmalig erneut ein chinesischer Journalist ausgezeichnet, eine Entscheidung, welche die "prekäre Situation der Pressefreiheit in China widerspiegelt". Der Preisträger des Jahres 2007 war Shi Tao, der verurteilt und eingesperrt wurde, nachdem Yahoo den chinesischen Behörden Informationen über seine Identität zur Verfügung gestellt hatte; ihm wurde vorgeworfen, in einem E-Mail 2004 über sein Yahoo-Konto von den Restriktionen der Zensurbehörden für Medien im Zusammenhang mit dem Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens berichtet zu haben.

Li Changqing, Reporter und stellvertretender Nachrichtenleiter von Fuzhou Daily in der Stadt Fuzhou, Provinz Fujian, wurde im Jänner 2006 wegen der "Erfindung und Verbreitung falscher Informationen" zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt, nachdem man ihn bereits fast ein Jahr ohne Anklage in Haft hielt. Die Anklage stützte sich auf einen Bericht, der von Boxun News Network veröffentlicht wurde.

Die Goldene Feder der Freiheit wird seit 1991 vom Weltverband der Zeitungen verliehen. Preisträger waren unter anderem Jacobo Timerman aus Argentinien (1980), Anthony Heard aus Südafrika (1986), Dai Qing aus China (1992), Doan Viet Hoat aus Vietnam (1998), Geoffrey Nyarota aus Zimbabwe (2002) und Akbar Ganji aus dem Iran (2006). (red)

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