Preisschlacht am Breitbandmarkt: Mitbewerber werfen Telekom "Marktzerstörung" vor

31. Jänner 2008, 11:20
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Regulator in der Kritik - Telekom Austria betont, man habe den Mitbewerbern konkurrenzfähige Wiederverkaufspreise angeboten

Das am Donnerstag von Marktführer Telekom Austria präsentierte Paketangebot, bestehend aus Internet, Festnetz und Mobilfunk, sorgt für kräftigen Ärger in der Branche. Die Interessenvereinigung ISPA der Internetprovider sprach gar davon, dass die Telekom den Internet-Breitband-Markt "zerstört". Sie sieht einen "Preiskrieg, den viele kleinere und mittlere Internet-Provider nicht überleben werden".

Auf Leitungen der Telekom Austria angewiesen

Diese sind nämlich auf die Leitungen der Telekom Austria angewiesen, um ihre Produkte ihren Kunden verkaufen zu können. "Aber nur für die Internet-Leitung müssen sie der Telekom im günstigsten Fall bereits 17,48 Euro bezahlen. Damit können sie niemals konkurrenzfähig sein", so ISPA-Präsident Roland Türke. Er ortet, wie bereits gestern der Verband der Alternativen Telekomnetzbetreiber (VAT) einen dringenden Handlungsbedarf beim Regulator. Laut oberstem Telekom-Regulator Georg Serentschy läuft die Prüfung bereits.

"Wieso die Regulierungsbehörde überhaupt noch so heißt, wird mir zunehmend unklarer"

Für den Internetanbieter Silver Server ist das Engagement der Regulierungsbehörde aber zu wenig. "Wieso die Regulierungsbehörde überhaupt noch so heißt, wird mir zunehmend unklarer", äußert sich Silver-Server-Geschäftsführer Oskar Obereder enttäuscht. Und weiter: "Jeder weitere Tag, an dem diese Aktion ungebremst weiterlaufen kann, ist ein Tag im Sinne eines absoluten Kahlschlags am Internet-Provider-Markt. Wir stehen im Grunde ganz kurz vor der Re-Monopolisierung."

TA versteht die Aufregung nicht

Die ehemals staatliche Telekom Austria versteht die Aufregung nicht. Sie betont, dass den Mitbewerbern sehr wohl ein seriöses Wiederverkaufsangebot gelegt wurde. So habe man die Entbündelungsmiete von 9,90 Euro im Monat auf 6,35 Euro gesenkt. (APA)

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