Yellowstone-Vulkankrater hob sich in Rekordtempo

19. November 2007, 12:42
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Forscher: Flüssiges Gestein fließt in die riesigen Magmakammern

New York - Der Krater des Yellowstone-Vulkans im gleichnamigen US-Nationalpark hat sich einer US-Studie zufolge seit Mitte 2004 im Rekordtempo gehoben. Innerhalb von 30 Monaten stieg die Krateroberfläche um insgesamt 18 Zentimeter an - mehr als jemals zuvor seit Beginn der Messungen 1923, berichten der Geophysiker Wu-Lung Chang und seine Kollegen von der Universität des US-Bundesstaates Utah im Fachmagazin "Science" (Bd. 318, S. 952).

Dennoch gebe es keine Anzeichen für einen bevorstehenden Vulkanausbruch oder eine Wasserdampf-Explosion, betonte der Geophysiker und Leiter der Studie, Prof. Robert Smith, in einer Mitteilung der Universität. "Eine Menge riesiger vulkanischer Krater weltweit hebt und senkt sich jahrzehntelang, ohne dass es zu einer Explosion kommt."

Ursache

Die Wissenschafter gehen davon aus, dass flüssiges Gestein in die riesigen Magmakammern unter dem Yellowstone-Nationalpark fließt und dadurch die Oberfläche anhebt. Auch unter Druck stehendes Wasser und Gase könnten eine Rolle spielen. Die Forscher nutzten für ihre Beobachtungen das Satellitennavigationssystem GPS sowie Satellitenmessungen der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

Im Schnitt hob sich im Untersuchungszeitraum der Kraterboden um sieben Zentimeter im Jahr. Bisher waren die schnellsten Veränderungen 1976 und 1985 gemessen worden - damals allerdings nur jeweils etwa zwei Zentimeter jährlich. "Der Boden steigt heute immer noch an, inzwischen aber wieder etwas langsamer", sagte Smith.

Hintergrund

Der Yellowstone-Vulkan im US-Bundesstaat Wyoming gehört zu den bekanntesten Supervulkanen der Welt. Wegen der Größe ihrer Magmakammern hinterlassen sie bei einem Ausbruch keinen Kegel, sondern eine riesige, kesselförmige Senke (Caldera). Der Vulkan gilt als gefährlich, weil Wissenschafter in geologisch naher Zeit mit seinem Ausbruch rechnen. Allerdings gehen sie dabei von mehreren tausend Jahren aus. Dann allerdings könnte es zur Naturkatastrophe kommen, wenn große Mengen an Lava und Staub bis in die obersten Schichten der Atmosphäre geschleudert werden und die Druckwelle der Eruption die Erde umrundet. (APA/dpa/red)

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