Wie es zum Déjà-vu kommen kann

19. November 2007, 13:14
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US-Forscher: Wird beim Wiedererkennen einer Situation nur eine von sonst zwei beteiligten Gehirnregionen aktiviert, tauchen falsche Erinnerungen auf

Washington - Wie man inmitten einer neuen Situation plötzlich auf den Gedanken "Das hab ich doch schon mal erlebt?!" verfallen kann, versuchten Wissenschafter der Duke-Universität im Bundesstaat North Carolina zu ergründen. Ihren Erkenntnissen zufolge ist eine bestimmte Gehirnregion an sogenannten "Déjà-vu"-Erlebnissen beteiligt.

Beim Wiedererkennen von Situationen sind den Forschern zufolge normalerweise zwei Regionen beteiligt: Der mediale Temporallappen (MTL) für präzise Details und die frontale Parietalregion (FPN), in der das Gesamtbild gespeichert ist - dafür in eher vager Weise. Wird in einer Situation nur diese Region aktiviert, kann sie beim Betroffenen das typische Gefühl hervorrufen, etwas völlig Neues schon einmal gesehen oder erlebt zu haben, wie es in der vom "Journal of Neurosciences" in seiner jüngsten Ausgabe veröffentlichten Studie heißt.

Das menschliche Gedächtnis arbeite anders als ein Computer, schreibt der Neurologe Roberto Cabeza. "Oftmals sind die Menschen von der Wirklichkeit vergangener Ereignisse überzeugt, obwohl sie sich niemals zugetragen haben." Die Entdeckung könnte Ärzten helfen, die Alterung des Gedächtnisses besser zu verstehen - und möglicherweise Methoden zur Früherkennung von Alzheimer zu entwickeln.(APA/red)

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