Buchinger will Förderung für "Seniorengärten"

4. Dezember 2007, 09:38
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"Teilstationäre" Betreuung wie im Kindergarten - Sozialminister gegen Verlängerung der Pflege-Amnestie

Wien - Sozialminister Erwin Buchinger´lehnt die von rot-schwarzen Pensionistenvertretern und Grünen geforderte Ausdehnung der Amnestie für illegale Pflegekräfte über Jahresende hinaus ab. Eine Verlängerung würde die Inanspruchnahme legaler Pflege verhindern, argumentierte Buchinger bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Für sein Modell der geförderten 24 Stunden Pflege zu Hause gibt es seit Juli erst weniger als 100 Anträge. Angedacht werden von Buchinger auch "teilstationäre" Senioren-Betreuungseinrichtungen nach Vorbild der Kindergärten.

Seniorengärten

Unterstützung holte sich Buchinger durch eine Umfrage des SP-nahen Meinungsforschungsinstituts IFES, wonach 86 Prozent der Österreicher die Tagesbetreuung von älteren Angehörigen in "Seniorengärten" für eine gute Idee halten. "Ob dieser Name der Richtige ist, kann man diskutieren", stieß sich Buchinger an der sprachlichen Analogie zum "Kindergarten" - inhaltlich plädierte er aber für den Ausbau solcher "teilstationärer" Altenbetreuungseinrichtungen, die seiner Meinung nach verstärkt öffentlich gefördert werden sollten.

Bestätigt sieht sich Buchinger durch die Umfrage auch in seiner Forderung nach einer zweckgewidmeten Vermögenssteuer zur Finanzierung des Pflegesystems. Eine solche wird von 63 Prozent der Befragten grundsätzlich unterstützt. 81 Prozent sprechen sich außerdem für eine staatliche Pflegeversicherung aus bzw. halten diese für "überlegenswert", ebenso viele Befragte fordern auch eine Kostenbeteiligung der Betroffenen. Detaillierte Finanzierungsvorschläge soll bis Mitte 2008 eine Arbeitsgruppe unter Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina erstellen.

"Wenig Motivation"

Dass es seit Juli erst weniger als 100 Anträge auf die staatliche Förderung für private Pflegekräfte gibt "überrascht mich nicht", betonte Buchinger: "So lange die Amnestie aufrecht ist, besteht wenig Motivation, die illegalen Verträge aufzulösen." Er erwartet sich einen Anstieg der Anträge, wenn die Pflegeamnestie mit Jahresende ausläuft. Die Unterstützung für die Pflege zu Hause beträgt zwischen 112,5 (ein selbstständiger Pfleger) und 800 Euro (zwei angestellte Pfleger) monatlich.

Der Sozialminister kündigte nun eine weitere zielgerichtete Informationskampagne für Pflegegeldbezieher über die Förderungen an. Außerdem soll es im kommenden Jahr über 5.000 "Hausbesuche" durch Diplomkrankenpfleger bei Personen geben, die für die 24 Stunden Pflege zu Hause infrage kommen. Buchinger schätzt, dass derzeit bis zu 40.000 illegale Pflegekräfte in Österreich arbeiten. Angaben über die Kosten der Umfrage machte das Sozialministerium vorerst nicht. (APA)

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