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"Von den Schauspielern wird viel abverlangt"

24. Oktober 2007, 08:37
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Autorin Michaela Ronzoni erzählt im derStandard.at- Gespräch von der Entstehung der "Habsburgischen" und den Vorzügen des RONACHERmobile

"Die Idee trage ich schon einige Jahre mit mir herum. Und dann ergab sich die Gelegenheit, Kathrin Zechner zu erzählen, dass ich das Thema Habsburger humorvoll und mit Musik aufarbeiten möchte", berichtet Autorin Michaela Ronzoni. Seither sind Komponist Christian Kolonovits, Regisseur Stefan Huber und ein illustres Ensemble an SchauspielerInnen dazugekommen: Sie entwickelten das musikalische Theaterstück "Die Habsburgischen" gemeinsam weiter und werden täglich, außer Mittwochs, bis 16. Dezember in der Halle E des Museumsquartiers "700 Jahre österreichische Familiengeschichte" auf die Bühne bringen.

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Kolonovits unterstützte die Truppe auf Ronzonis Wunsch hin: "Ich dachte, er sei der Richtige, für eine humorvolle Geschichte." Kolonovits sei zunächst skeptisch gewesen, da er sich nach eigenem Bekunden "überhaupt nicht mit den Habsburgern auskannte". Aber Ronzoni konnte ihn schnell überzeugen, dass das nicht grundsätzlich wichtig sei. Es handle sich nicht um eine streng wissenschaftliche Aufarbeitung.

Anregungen von Schauspielern aufgegriffen

Das Konzept hat sich, laut Ronzoni, über zwei Jahre entwickelt: "Zunächst war das Stück da, wir haben lange an dem Musikkonzept gearbeitet, das sich wie Bausteine zusammengefügt hat." Ursprünglich gab es nur eine Probefassung, so bliebt genug Raum, um während der Proben das Stück auszubauen. Das sei der Grund gewesen, warum Ronzoni oft bei den Proben anwesend war: "Wir hatten keine fertige Fassung, denn Schauspieler haben oft Ideen, die sehr wertvoll sind." Geprobt wurde insgesamt sieben Wochen.

Stellt sich die Frage, ob es nicht manchmal schwierig für eine Autorin ist, wenn ihr Text mit Musik unterlegt, oder teilweise zu dem Zwecke verändert wird. "Es ist ein Theaterstück und bleibt ein Theaterstück und wurde nicht durchkomponiert. Das heißt, es gibt den Stücktext und den Text für die Lieder. Teilweise sind die vom Christian geschrieben worden, die Balladentexte sind zum Beispiel von mir", erklärt Ronzoni den kreativen Prozess.

Eines fügt Ronzoni, in Hinblick auf ihren Text, aber doch hinzu: "Was ich sagen muss, ich arbeite gerne mit Schauspielsängern. Ich denke, um das einmal vorsichtig auszudrücken, dass Schauspieler bei den Dialogstellen schauspielerisch mehr in die Tiefe gehen, als Musicaldarsteller. Das ergibt sich schon dadurch, dass Musikschauspieler andere Gewichtungen setzen."

Dynamisches Ensemble

Ronzoni war an der Auswahl des schauspielerischen Ensembles beteiligt und freut sich besonders, "dass das Ensemble einerseits sehr heterogen ist, da alle Darsteller unterschiedliche Qualitäten und Persönlichkeiten mitbringen, und andererseits trotzdem eine gute gemeinsame Dynamik haben." Sie fügt hinzu: "Von den Schauspielern wird viel abverlangt."

Über Habsburger maturiert

Die Faszination für die Habsburger wurde in der Autorin früh geweckt: "Mit zehn oder elf Jahren habe ich das Buch über die Habsburger von Dorothy Gies McGuigan gelesen. Das weckte mein Interesse nachhaltig", erzählt Ronzoni. Einen Teil der Matura hat sie über die Habsburger absolviert und zu dem Zwecke wochenlang einen Stammbaum im Zimmer hängen gehabt. Später hat sie zwar Geschichte studiert, sich aber "nicht mit den Habsburgern beschäftigt."

Für Regisseur Stefan Huber ist vor allem ein Aspekt faszinierend: "Spannend an der Geschichte der Habsburger ist sicher das Phänomen, dass sich eine Dynastie aus Gründen des familiären Machterhalts letztendlich zu Grunde richtet." Eine Lieblingsfigur hat Ronzoni nicht: "Ich mag alle, die im Stück vorkommen, sonst hätte ich sie nicht reingenommen." Huber findet einige Figuren besonders spannend: "Aus heutiger Sicht kann einem Joseph II, der humane Reformer sympathisch sein. Aus psychologischer Sicht interessiert eine schillernde Figur wie Rudolf II. Und natürlich fasziniert die starke Kaiserin Maria Theresia, die übrigens nie zur Kaiserin gekrönt wurde."

Doppelschiene Schauspiel und Musik

Ronzoni freut sich über die neue Schiene, die das RONACHERmobile unter Kathrin Zechners Leitung fährt: "Das musikalische Theater bietet dem Text viel Raum ein. Ich finde diese Doppelschiene, also Schauspiel und Musik sehr gut. Viele Stücke dieser Art kenne ich nicht." (jus, derStandard.at, 20.10.2007)

  • Delia Mayer und Alexander Waechter bei den Proben.
    foto: vbw/ oliver hadji

    Delia Mayer und Alexander Waechter bei den Proben.

  • Auch mit Boris Eder macht Delia Mayer eine gute Figur auf der Bühne.
    foto: vbw/ oliver hadji

    Auch mit Boris Eder macht Delia Mayer eine gute Figur auf der Bühne.

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