Rematch der Skandal-Partie von 96

24. September 2007, 16:07
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Ex-Kapitän Leitgeb: "Stimmung war extrem aufgeheizt" - Er erwartet sich keine "Revanche" im Duell gegen Brasilien

Wien - Das Duell des österreichischen Tennis-Teams im Weltgruppen-Play-off mit Brasilien von Freitag bis Sonntag in der Olympiaworld Innsbruck ist das fünfte ÖTV-Aufeinandertreffen mit einem südamerikanischen Team im Davis Cup. Bisher hatte es je ein Kräftemessen mit Uruguay, Brasilien, Ecuador und Argentinien gegeben. Dabei stehen zwei Heim- zwei Auswärtsbegegnungen gegenüber sowie zwei Siegen zwei Niederlagen.

Das nun bevorstehende erste Re-Match ist die Revanche für das Skandal-Match vor exakt elf Jahren, als Thomas Muster in Sao Paulo im mit Udo Plamberger bestrittenen Doppel in Satz fünf des Doppels gegen Gustavo Kuerten/Jaime Oncins wegen wüster Beschimpfungen und unsportlichem Verhaltens der Zuschauer abgetreten ist. Die Schluss-Einzel wurden nicht mehr gespielt, die ITF entschied auf 4:1 für Brasilien und Geldstrafe für Muster.

"Das wird nicht so emotional wie damals ablaufen"

Wurden dem Steirer 8.000 Dollar abgenommen, erkannte man dem ÖTV sogar das Preisgeld in der Höhe von 58.760 Dollar ab. Ronnie Leitgeb war damals als Davis-Cup-Direktor für das österreichische Team verantwortlich, die Ereignisse von damals liegen für ihn aber bereits in einer ferneren Vergangenheit. "Die Stimmung war damals extrem aufgeheizt, mit Thomas (Anm.: Muster) und Kuerten waren damals ja zwei von den Weltbesten dabei."

Nach den beiden Freitag-Partien des Play-off-Duells war es 1996 1:1 gestanden. Muster hatte das erste Einzel gegen Fernando Meligeni 6:3,6:3,6:3 gewonnen, Hipfl zog danach gegen Kuerten trotz einer 2:0-Führung mit 6:4,6:3,6:7(7),6:7(7),1:6 den Kürzeren. Ausschlaggebend war schließlich, dass die ITF nicht die vom ÖTV geforderte Sicherheitsgarantie erbrachte. Deshalb beschloss das ÖTV-Team, am Schlusstag nicht mehr anzutreten.

Ein auch nur annähernd hässliches Verhalten der österreichischen Fans erwartet Leitgeb für diesmal nicht: "Das wird nicht so emotional wie damals ablaufen, denn es ist lange genug her. Dahingehend gibt es keine großen Emotionen." Für Österreich spielte damals auch noch Markus Hipfl im Einzel. Gilbert Schaller hatte verletzt abgesagt, Stefan Koubek als dessen Ersatz war zum Zeitpunkt der Einberufung nicht auffindbar gewesen. (APA)

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