Apple: Keine iPods für Open-Source-Benutzer

17. September 2007, 09:32
110 Postings

Neue Sicherung sorgt für zwanghafte iTunes-Nutzung - Mangelnde Linux-Version schließt Open-Source-Community von Kauf aus

Für unerfahrene Benutzer funktionierten auch schon die vorherigen Generationen des iPods ausschließlich mit iTunes. Zahlreichen Entwicklern und auch Privatanwendern war es damals allerdings gelungen den simplen Sicherheitsmechanismus zu knacken und Software von Drittherstellern zu nutzen. Doch dem hat Apple nun einen Riegel vorgeschoben.

Das englischsprachige Online-Magazin Boingboing meldete nun, dass die Stimmen rund um Apples iPod-Familie immer lauter würden. Doch anstatt sich daran zu erfreuen, beschweren sich immer mehr Software-Entwickler darüber, dass die Entwicklung von Transfersoftware momentan nicht möglich ist. Tracks lassen sich ausschließlich via iTunes auf Apples Abspielgeräte übertragen.

Alternativen

Wer sich damals ein klein wenig mit Alternativen zu iTunes beschäftigte wurde schnell fündig, Windows-Benutzer etwa durften auf spezielle Versionen von Winamp oder Ephpod zurückgreifen. Da iTunes bislang bei der Open-Source-Community noch nicht eingetroffen ist waren Linux-User sowieso dazu gezwungen Software wie gtkpod, Rythmbox oder Amarok aufzugreifen. Doch nun müssen Software-Entwickler und vor allem Linux-Benutzer - zumindest vorerst - einen herben Rückschlag einstecken.

Reverse-Engineering hieß die Methode der Entwickler, die den Einsatz der alternativen Software ermöglichte. Dabei wurde der Aufbau der Datenbank-Datei iTunesDB entschlüsselt, diese befand sich im Verzeichnis "iPod_Control/iTunes/" auf dem Endgerät. Anschließend konnten Songs und Videos problemlos auf den Musik-Player kopiert werden, neue Datenbankeinträge wurden für sie angelegt. Anders soll es aber bei der neuen Generation der iPods aussehen, eine Prüfsumme sichert nun die Multimedia-Datenbank. Greift nun also eine andere Software auf Apples iTunesDB zu, so stimmen die Prüfsummen nicht mehr überein. Die Folge: Das Abspielgerät erkennt weder kopierte Lieders, Videos noch Fotos, obwohl sie sich auf dem Speicher befinden.

Linux ausgeschlossen

Ob sich an der Tatsache von Seiten Apple noch etwas ändern wird ist fraglich, aber immerhin eine Linux-Version von iTunes sollte entwickelt werden. Denn solange Entwickler sich an der Sicherung die Zähne ausbeißen kommen Linux-Benutzer garnicht in den Genuss der iPods, Nutzer von Microsofts Betriebssystem müssen sich mit dem trägen iTunes herumschlagen. Immerhin hat der Hersteller das Gesetz auf seiner Seite. (drex)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.