Modernes Soldatenheim

13. September 2007, 15:51
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ÖSW und Strabag bauten nach Plänen von Peter Czernin für Heeres-Angehörige das "Wohnheim Breitensee II" in Wien-Penzing

Mehr Platz für Heeresangehörige, die für nur relativ kurze Zeit zur Ausbildung nach Wien müssen, steht dem Bundesheer nun mit dem am Donnerstag eröffneten "Wohnheim Breitensee II" in Wien-Penzing zur Verfügung. "Diese Leute wurden bisher meist in Hotels oder Pensionen untergebracht, das Bundesheer erspart sich nun also jährlich ca. 360.000 Euro", rechnete der Generalplaner des Neubaus, Architekt TU-Professor Peter Czernin, am Donnerstag bei der Eröffnung vor.

Niedrigenergie-Bauweise

In Auftrag gegeben noch von Heeres-Minister Günther Platter, wurde der Erweiterungsbau zum Wohnheim "Breitensee I" im Rahmen eines Baurechtsvertrags mit der Stadt Wien errichtet. Diese Konstruktion bringt mit sich, dass das Grundstück im Eigentum der Stadt Wien verbleibt; nach Ablauf der auf 35 Jahre vereinbarten Vertragsdauer geht auch das Gebäude in das Eigentum der Stadt über.

Gebaut wurde an dem Soldatenheim in Niedrigenergie-Bauweise unter Verantwortung des Generalunternehmers Strabag 14 Monate lang, Bauträger ist das Österreichische Siedlungswerk (ÖSW). Die Baukosten betrugen 6,7 Millionen Euro, 2,6 Millionen stellte die Stadt als Fördermittel zur Verfügung.

Die Nutzfläche von insgesamt 4.370 Quadratmetern erstreckt sich über sieben Geschosse, deren Bauhöhe abgestuft errichtet wurden, um möglichst vielen der 114 Wohneinheiten direktes Sonnenlicht zu ermöglichen. Mehrere Gemeinschaftsflächen und -räume sowie der begrünte Innenhof mit Wiesenlandschaft bieten den Bewohnern Platz zur Erholung und Kommunikation mit KollegInnen.

Insgesamt 191 Wohneinheiten

Die Mehrzahl der nun samt dem neuen Erweiterungsbau zur Verfügung stehenden 191 Wohneinheiten in der Breitenseer Straße sind als Garconnieren mit Garderobe, Dusche/WC und Kochnische ausgeführt. Daneben gibt es auch einige größere Einheiten mit zwei bis drei Zimmer und bis zu 94 m² Wohnnutzfläche.

Das Österreichische Siedlungswerk habe bereits vor zehn Jahren "die Sparte Heimbau als Geschäftsbereich entdeckt", in diesem Zeitraum habe man etwa in Wien rund 1.200 Wohneinheiten in Schüler- und Studentenheimen gebaut, berichtete Vorstand Michael Pech. Auch Frauenwohnheime sowie Häuser für "betreutes Wohnen" und Behindertenwohngemeinschaften seien in der Vergangenheit erfolgreich umgesetzt worden. Das ÖSW verwaltet derzeit direkt oder über ihre zwanzig Beteiligungen rund 50.000 Wohneinheiten, schwerpunktmäßig ist man neben Wien noch in den Bundesländern Niederösterreich, Salzburg und Kärnten tätig.

Neben ÖSW-Chef Pech und Planer Czernin waren bei der Eröffnung am Donnerstag auch Verteidigungsminister Norbert Darabos, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und der Wiener Militärkommandant Franz Reißner anwesend.

In den letzten sieben Jahren wurden in Wien insgesamt 2.561 Heimeinheiten gefördert errichtet. Die Gesamtbaukosten betrugen rund 127,6 Mio. Euro, die Stadt Wien hat dafür rund 42,5 Mio. Euro an Fördermitteln zugeschossen, berichtete Ludwig.

Nachnutzung von Kasernen

Das Wohnheim "Breitensee I" wurde 2001, noch unter Minister Herbert Scheibner, um 5,4 Millionen Euro errichtet. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Vega-Payer-Weyprecht-Kaserne und die Biedermann-Huth-Raschke-Kaserne.

Stadtrat Ludwig lud Minister Darabos in seiner Eröffnungsansprache ein, in Sachen Nachnutzung von aufgelassenen Kasernen-Standorten weiterhin gemeinsam Überlegungen anzustellen. Frühere Bundesheerareale wie Kasernen würden sich besonders gut für den Umbau und die Neunutzung als Wohngebäude eignen, da Liegenschaften dieser Art nicht nur durch ihre Größe hervorragend für Wohnzwecke geeignet wären, sondern auch deshalb, weil sie meist in innerstädtischen Gebieten liegen, die bereits über eine ausgezeichnete städtische Infrastruktur verfügen.

Zurzeit entstehen auf den Arealen der Wilhelmskaserne (Leopoldstadt) und der Carl-Kaserne (Donaustadt) insgesamt 716 neue Wohneinheiten, die von der Stadt Wien mit rund 37,4 Millionen Euro gefördert werden. (map)

  • Der Innenhof des Wohnheimes "Breitensee II".
    foto: ösw

    Der Innenhof des Wohnheimes "Breitensee II".

  • Die Inneneinrichtung der Wohneinheiten.
    foto: derstandard.at/putschögl

    Die Inneneinrichtung der Wohneinheiten.

  • Stadtrat Ludwig und Minister Darabos mit hohen Militärs und Festgästen.
    foto: derstandard.at/putschögl

    Stadtrat Ludwig und Minister Darabos mit hohen Militärs und Festgästen.

  • Artikelbild
    foto: derstandard.at/putschögl
  • Darabos bei der Fest-Ansprache.
    foto: derstandard.at/putschögl

    Darabos bei der Fest-Ansprache.

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