Villach ganz im Zeichen von Frauenart

19. September 2007, 14:12
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Gegen männliche Dominanz im Kulturbetrieb: Festival Frauenkultur richtet auch im elften Jahr seines Bestehens alles Augenmerk auf weibliches Kunstschaffen

Seit elf Jahren findet zu Herbstbeginn die "Frauenart - Frauenkultur in Villach" statt. Die Idee, die dahinter steckt, ist auch heuer immer noch dieselbe: Frauen sind auch im Kulturbetrieb in vielfacher Weise benachteiligt. Eine Veranstaltung wie diese könne die Situation nicht grundsätzlich verändern, meint Villachs Bügermeister Helmut Manzenreiter, aber es soll damit ein Zeichen gesetzt, Bewusstsein geweckt und im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten ganz gezielt weibliches Kunstschaffen in den Mittelpunkt gestellt werden. So stehen die Galerien Freihausgasse, MA und White 8 wieder ganz im Zeichen bildender Kunst von Frauen. Theater, Kabarett und Literatur runden den Bogen des Angebotes ab.

Es gehe nicht um Ghettoisierung sondern darum, Kunst von Frauen für Betrachterinnen und Betrachter, für Zuhörerinnen und Zuhörer präsenter zu machen, so Manzenreiter weiter. Dass Lebenserfahrungen und Lebenswelten von Frauen auch in ihre künstlerische Arbeit einfließen, unterscheide sie nicht von Männern, auch wenn dies bei Frauen häufig zu Abwertung ihrer Arbeit führte.

Die Frauenreferentin der Stadt Hilde Schaumberger freut sich über die rege Teilnahme hervorragender Künstlerinnen, nicht nur renommierter sondern auch weniger bekannter. Auch sie meint, dass Frauen im Kulturbetrieb viel erreicht hätten, aber die Wertschätzung gegenüber ihrer Arbeit und ihre Präsenz im öffentlichen Raum sei von tatsächlicher Gleichstellung noch weit entfernt. "Frauenart - Frauenkultur in Villach" verstehe sich somit als ein bewusst gesetzter Beitrag zur Veränderung.

Programm

  • 20. September um 20 Uhr
    Parkhotel, Bambergsaal
    WHO THE FUCK IS ALICE? oder DER SCHWEINEHUND UND DIE LIEBE
    von Brigitte Knapp mit poetischen Texten von Eva Kuen und Susan La Dez. Mit Kathrin Hirber, Brigitte Knapp, Eva Kuen, Susan La Dez. Regie: Fabian Kametz , Musik: Marco Facchin

  • 27. September um 20 Uhr
    Parkhotel, Bambergsaal
    "FALTENLOS UND KNITTERFREI"
    Ein satirisch-kabarettistischer Leitfaden für Reife, Überreife und weniger Reife von und mit GABRIELE KÖHLMEIER (red)
  • Link

    www.villach.at
    Mehr zum Programm und den Künstlerinnen
    • Wer stellt nach welchen
Gesichtspunkten Qualitätskriterien für Kunst auf und
wäre es nicht auch hier an der Zeit, die männliche
Dominanz der Bewertung, Kritik und
Kategorisierung zu hinterfragen?
      bild: einladung
      Wer stellt nach welchen Gesichtspunkten Qualitätskriterien für Kunst auf und wäre es nicht auch hier an der Zeit, die männliche Dominanz der Bewertung, Kritik und Kategorisierung zu hinterfragen?
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